Preis des Handwerks für Mischa Proll

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Wissenschaft zum Anfassen: Ein Demonstrationsbauwerk hat der Kasseler Preisträger und Uni-Absolvent Mischa Proll (rechts) in Zusammenarbeit mit dem Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes auf dem Campus am Holländischen Platz umgesetzt.

Der Kasseler Uni-Absolvent Mischa Proll hat für seine Diplomarbeit einen mit 2000 Euro dotierten Sonderpreis der Handwerkskammer Kassel gewonnen. Ein Beispiel seiner Arbeit - Konstruktionen von Flächentragwerken aus kleinen geraden Holzbalken - ist auf dem Uni-Campus am Holländischen Platz zu sehen.

Zum elften Mal hat die Kammer den „Wissenschaftspreis des Handwerks“ verliehen. Damit werden herausragende wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet, die von Bedeutung für das Handwerk sind, heißt es in der Pressemitteilung.

Der erste Preis (3000 Euro) ging an Jan Herrmann von der Philipps-Universität Marburg. In seiner Diplomarbeit in Betriebswirtschaftslehre beschäftigte sich der 28-Jährige mit Innovationsmanagement im Tischlerhandwerk. Dieses spiele eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung und Existenzsicherung von Unternehmen. In anderen Branchen selbstverständlich, vernachlässigten viele Tischlerbetriebe zielgerichtete Planung und die Suche nach neuen Marktnischen. Gerade angesichts des demografischen Wandels gebe es aber Potenziale im Bereich der Kundschaft über 50 Jahre.

Innovation für Tischler

Herrmann hat in seiner Arbeit ein Bewertungsmodell zur Innovationskompetenz von Tischlerbetrieben entwickelt und konkrete Handlungsmaßnahmen zur Verbesserung entwickelt, die sich teilweise bestens in der Praxis bewährt hätten, teilt die Handwerkskammer mit.

Der Kasseler Mischa Proll (30) ist gelernter Zimmerer und studierte seit 2001 Architektur an der Universität Kassel. In seiner Diplomarbeit zu „selfsupporting systems“ (sich selbst tragende Systeme) hat er eine Software entwickelt, die ein altes Tragprinzip des Zimmermannshandwerks für individuelle Architektenentwürfe von Flächentragwerken anwendbar macht. Damit können aus einzelnen geraden Holzbalken nahezu beliebig geformte Tragwerksflächen umgesetzt werden.

Wissenschaft zum Anfassen

„Bei den prämierten Arbeiten handelt es sich um Wissenschaft zum Anfassen und Umsetzen, deren Ergebnisse in den kleinen und mittleren Handwerksbetrieben auch anwendbar sind“, begründet Handwerkskammerpräsident Heinrich Gringel die Auswahl der siebenköpfigen Jury für den Wissenschaftspreis. (rud)

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