Mit Qualifizierung zu neuen Märkten

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Neue Chancen für das Handwerk: Dem Handwerk winken neue Aufträge. So müssen beispielweise in den nächsten Jahren viele Wohnungen barrierefrei umgebaut werden.

Die Gruppe der älteren Kunden wächst durch die demographische Entwicklung – ein Zukunftsmarkt für die Handwerksbetriebe der Region entsteht. Laut der Handwerkskammer Kassel (HWK) stellen sich viele Betriebe bereits darauf ein.

„Wir werben dafür, sich zu qualifizieren und zu zertifizieren und sich diese Märkte zu erschließen“, erklärt Barbara Scholz, Pressesprecherin der Handwerkskammer in Kassel.

Nach Schätzungen des Landes wird der Anteil der über 60-Jährigen an der Bevölkerung bis 2050 von 27 Prozent auf 44 Prozent steigen. Die Bedürfnisse dieser so genannten Zielgruppe 50plus sind laut Dr. Matthias Joseph von der HWK sehr speziell: Wohnungen müssen problemlos mit Rollstühlen und Rollatoren nutzbar sein, Lichtschalter niedriger angebracht werden. Bei Menschen mit Sehschwächen könnte der richtige Wandanstrich Orientierungshilfe bieten. „Da kommt ein riesiger Markt auf das Handwerk zu“, sagt Joseph.

Dass die Botschaft bei den Betrieben angekommen sei, zeigt nach Angaben von Pressesprecherin Scholz die Nachfrage nach den Seminaren der HWK. Die Betriebe – im Werra-Meißner-Kreis sind es 1225 – seien im Aufbruch und zeigten Interesse an Fortbildung. Angeboten werden spezielle Seminare zur Zielgruppe 50plus. Betriebe können so die Zertifikate „Servicezentrum 50plus“ und „Barrierefrei Bauen und Wohnen“ erwerben.

Die Handwerkskammer ist aber nur einer von mehreren Anbietern solcher Seminare und Zertifikate. Für die Kunden ergibt sich das Problem, dass die Zahl zertifizierter Unternehmen noch nicht groß ist und verschiedene Prüfzeichen Verwirrung stiften. „Viele Betriebe erfüllen die Anforderungen aber auch ohne spezielles Zertifikat“, betont Matthias Joseph.

Derzeit haben die Betriebe jedoch viele Aufträge. Zunächst würden aktuelle Kundenanfragen abgearbeitet, erläutert Barbara Scholz. Je voller die Auftragsbücher, desto schwieriger werde es, Mitarbeiter zur Fortbildung freizustellen. 

Hintergrund

Die Handwerkskammer (HWK) vertritt die Interessen der über 15 800 ihr angeschlossenen Handwerksbetriebe und Handwerker in der Region Nord-, Ost- und Mittelhessen. Auf Landes- und Bundesebene gilt das auch für die von ihr mitgetragenen Organisationen.

Die HWK Kassel nimmt dabei als Körperschaft des öffentlichen Rechts die ihr übertragenen staatlichen Aufgaben wahr. Ziel ist es, den Mitgliedsbetrieben Freiräume zur wirtschaftlichen Entfaltung zu öffnen und ihre Leistungsfähigkeit zu stärken. Dabei stehen die Belange der Klein- und Mittelbetriebe im Vordergrund. Im Werra-Meißner-Kreis vertritt die Handwerkskammer 1225 Betriebe. (ank/gör/fsz) www.hwk-kassel.de

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