Mit Säge und Maurerkelle: Tag der offenen Tür bei der Lehrbaustelle Bebra

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Knifflig: Mit der Schubkarre balancierten die Schüler einen Eimer Wasser durch einen Geschicklichkeitsparcours.

Mit der Kelle tragen Niklas und Fabian den Mörtel auf und setzen einen Mauerstein ein. Wenige Meter entfernt üben sich andere Schüler im Fliesenlegen. Im Raum nebenan trennen Jugendliche mit einer Schrotsäge eine dünne Scheiben von einem Baumstamm ab.

Mit der Kelle tragen Niklas und Fabian den Mörtel auf und setzen einen Mauerstein ein. Wenige Meter entfernt üben sich andere Schüler im Fliesenlegen. Im Raum nebenan trennen Jugendliche mit einer Schrotsäge eine dünne Scheibe von einem Baumstamm ab, versenken Nägel mit der Hammerfinne in einen Holzklotz oder bugsieren einen Eimer Wasser auf einer Schubkarre durch einen Geschicklichkeitsparcours.

Um Jugendliche für Berufe im Baugewerbe zu begeistern, hat die Lehrbaustelle Bebra zu Tagen der offenen Tür eingeladen. Insgesamt 729 Schüler aus Haupt-, Real- und Gesamtschulklassen von verschiedenen Schulen im Landkreis schnuppern an acht Tagen Baustellenluft. An diesem Donnerstagvormittag sind eine achte Hauptschul- und zwei Realschulklassen der Gesamtschule Schenklengsfeld sowie eine siebte und eine neunte Hauptschulklasse von der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule gekommen.

Tag der offenen Tür bei der Lehrbaustelle Bebra

Um den Jugendlichen dieses Arbeitsfeld näher zu bringen, haben sich die Mitarbeiter der Lehrbaustelle einen Wettbewerb aus verschiedenen Handwerksdisziplinen ausgedacht. An einer Theorie-Station und beim Berufequiz der Arbeitsagentur ist Wissen gefragt. Herbert Schäfer, Maurermeister und ehemaliger Ausbilder an der Lehrbaustelle, berichtet über seine Erfahrungen als ehrenamtlicher Entwicklungshelfer in Äthiopien. „Lernt vernünftig Englisch“, lautet sein Rat an die Jugendlichen.

Dass einige Schüler durch die Tage der offenen Tür Gefallen an einem Beruf in der Baubranche finden, werde später bei Vorstellungsgesprächen deutlich, sagt Klaus Stöcker. Auch die Mädchen seien beim Ausprobieren mit Interesse dabei und teilweise sogar geschickter als die Jungen. Dennoch seien junge Frauen noch die große Ausnahme, obwohl auf der Lehrbaustelle schon eine Straßenbauerin, Zimmerfrau oder Fliesenlegerin ausgebildet worden seien.

Auch an diesem Morgen finden Schüler Gefallen an Bauberufen. „Das Mauern hat Spaß gemacht, das könnte ich mir schon vorstellen“, sagt der 14-jährige Niklas Schütrumpf aus Friedewald. „Es ist eine super Teamarbeit, und man ist an der frischen Luft“, ergänzt Fabian Reidt aus Wippershain. „Für uns wäre das nichts. Das ist kein typischer Frauenberuf“, sind sich hingegen Lara Bernhardt aus Ersrode und Lisa Greiling aus Rotenburg einig. Spaß gemacht hat der Vormittag auf der Lehrbaustelle den Siebtklässlerinnen trotzdem. (Jan-Christoph Eisenberg)

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