Bernd Schrader: „Sahnestücke für Industrie“

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Bernd Schrader, Obermeister der Sanitär- und Heizungstechnik-Innung Werra-Meißner-Kreis.

Bernd Schrader Obermeister der Sanitär- und Heizungstechnik-Innung im Werra-Meißner-Kreis stand im Interview Rede und Antwort.

Wie hat sich das Handwerk im Bereich der Sanitär- und Heizungstechnik in den vergangenen Jahren entwickelt?

Bernd Schrader: Aufgrund ständig teurer werdender Energien hat sich in unserem Gewerbe einiges verändert: Man nutzt vermehrt alternative Energien und nachwachsende Brennstoffe zur Beheizung in Industrie und Haushalten. Ganz aktuell diskutiert man wieder die Abschaltung der Atomkraftwerke in Deutschland, hier werden sich kleine Blockheizkraftwerke durchsetzen, wo jeder seinen eigenen Strom erzeugen kann, und von der Abwärme des stromerzeugenden Motors wird das Haus beheizt. Aufgrund der Nachfrage merken wir sofort, ob von der Regierung Anreizprogramme aufgelegt werden.

Azubis der Berufsschule in Eschwege - Sanitär-Heizung-Klima

Anlagenmechaniker an der Berufsschule in Eschwege, 2. Ausbildungsjahr: "Ich mache eine Lehre zum Anlagenmechaniker, weil..." © Brehm
Anlagenmechaniker an der Berufsschule in Eschwege, 2. Ausbildungsjahr: "Ich mache eine Lehre zum Anlagenmechaniker, weil vor allem diese Art von Handwerkern verstärkt gebraucht wird und jeder Tag bringt etwas Interessantes." Dennis Zeuch,18, Grebendorf, Trubel Luft- und Klimatechnik © Brehm
Anlagenmechaniker an der Berufsschule in Eschwege, 2. Ausbildungsjahr: "Ich mache eine Lehre zum Anlagenmechaniker, weil es ein vielseitiger Beruf ist und man eben nicht jeden Tag aufs Neue an einem Schreibtisch sitzt." Filipp Leikom, 20, Hessisch Lichtenau, Christoph Bergner Haustechnik + Dienstleistung © Brehm
Anlagenmechaniker an der Berufsschule in Eschwege, 2. Ausbildungsjahr:  "Ich mache eine Lehre zum Anlagenmechaniker, weil die Zukunftsaussichten im Handwerk gut sind, nach meinem Praktikum war es die richtige Entscheidung." Florian Wedel, 17, Nesselröden, Alexander Schulz Heizung- und Sanitärmeisterbetrieb  © Brehm
Anlagenmechaniker an der Berufsschule in Eschwege, 2. Ausbildungsjahr: "Ich mache eine Lehre zum Anlagenmechaniker, weil ich die Arbeit bei einem Praktikum ausprobiert habe und es mir in der Ausbildung immer noch sehr viel Spaß macht." Gian-Luca Klebe, 17, Oedmannshausen, Meisterbetrieb Bernd Schrader © Brehm
Anlagenmechaniker an der Berufsschule in Eschwege, 2. Ausbildungsjahr: "Ich mache eine Lehre zum Anlagenmechaniker, weil jeder dieser Handwerker am Ende des Tages weiß, dass er etwas geleistet hat." Jan Kratzenberg, 19, Bischhausen, Christoph Bergner Haustechnik + Dienstleistung © Brehm
Anlagenmechaniker an der Berufsschule in Eschwege, 2. Ausbildungsjahr: "Ich mache eine Lehre zum Anlagenmechaniker, weil jeder Arbeitstag ein bisschen Abwechslung bringt, nie macht man ein und dasselbe." Konstantin Brunner, 17, Sontra, Neuendorf Haustechnik © Brehm
Anlagenmechaniker an der Berufsschule in Eschwege, 2. Ausbildungsjahr: "Ich mache eine Lehre zum Anlagenmechaniker, weil es eine eigenständige Arbeit ist und ich viel Spaß dabei habe jeden Tag etwas Eigenständiges zu erschaffen." Marc Locorotondo, 21, Eschwege, Labig Haustechnik © Brehm
Anlagenmechaniker an der Berufsschule in Eschwege, 2. Ausbildungsjahr: "Ich mache eine Lehre zum Anlagenmechaniker, weil der Beruf mir Spaß macht und bei meinem Ausbilder herrscht ein gutes Arbeitsklima." Sebastian Hahn, 20, Witzenhausen, Thomas Stöber Heizungskundendienst © Brehm
Anlagenmechaniker an der Berufsschule in Eschwege, 2. Ausbildungsjahr: "Ich mache eine Lehre zum Anlagenmechaniker, weil ich schon im Praktikum viel Spaß an den vielfältigen Arbeiten hatte." Stefan Betz, 24, Sontra, Rainer Beck Installateur und Heizungsbauermeister © Brehm
Anlagenmechaniker an der Berufsschule in Eschwege, 2. Ausbildungsjahr: "Ich mache eine Lehre zum Anlagenmechaniker, weil ich schon bei meinem Praktikum die Vielfältigkeit jedes einzelnen Arbeitstags miterlebt habe und in der Ausbildung hat sich das nicht geändert." Timo Bringmann, 18, Werleshausen, Ebel Energietechnik © Brehm
Anlagenmechaniker an der Berufsschule in Eschwege, 2. Ausbildungsjahr: "Ich mache eine Lehre zum Anlagenmechaniker, weil ich schon immer ein Interesse an Technik hatte und hier im Handwerk lernt man nie aus." Tobias Schwarz, 20, Sontra, Wolfgang Ewald Heizungs- und Lüftungsbauermeister © Brehm

Großfirmen werben Fachkräfte ab – wie können mittelständische Unternehmen überleben?

Bernd Schrader: Die Industrie nutzt das Handwerk als Ausbildungsstätte und das spüren wir auf dem Fachkräftemarkt. Fertig ausgebildete Gesellen aus dem Handwerk sind „Sahnestücke“ für die Industrie. Leider sind die Möglichkeiten der Industrie, was Bezahlung und Sozialleistungen angeht, stärker. Dadurch geraten wir leicht in den Hintergrund und es wird immer schwerer, unseren eigenen Bedarf an Fachkräften zu decken.

Der Vorteil mittelständischer Unternehmen liegt eindeutig in deren Flexibilität. Handwerksbetriebe haben verstanden, was Dienstleistungen sind, denn Geschäftszeiten mit 24-Stunden-Notdienst gehören zum Standard.

Warum sollte ein Schulabgänger diesen Handwerksberuf ergreifen?

Bernd Schrader: Der Beruf des Anlagenmechanikers umfasst ein großes Lernfeld, da vor einigen Jahren der Beruf des Heizungs- und Lüftungsbauers sowie das des Gas-Wasserinstallateurs zusammengeschlossen wurden. Das Erlernen von Verbindungstechniken wie Löten, Schweißen, Schrauben und Pressen, die Installation eines neuen Bades oder der Einbau einer zentralen Heizungsanlage sind nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was die Ausbildung sehr interessant macht. Ständig wechselnde Baustellen, Umgang mit Menschen und das Arbeiten nach eigener Fantasie oder nach Vorgaben, wecken Ehrgeiz. Reparatur und Einstellung von modernen Heizungsanlagen verlangt Wissen und Geschick. (zge)

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