Bernd Schrader: „Sahnestücke für Industrie“

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Bernd Schrader, Obermeister der Sanitär- und Heizungstechnik-Innung Werra-Meißner-Kreis.

Bernd Schrader Obermeister der Sanitär- und Heizungstechnik-Innung im Werra-Meißner-Kreis stand im Interview Rede und Antwort.

Wie hat sich das Handwerk im Bereich der Sanitär- und Heizungstechnik in den vergangenen Jahren entwickelt?

Bernd Schrader: Aufgrund ständig teurer werdender Energien hat sich in unserem Gewerbe einiges verändert: Man nutzt vermehrt alternative Energien und nachwachsende Brennstoffe zur Beheizung in Industrie und Haushalten. Ganz aktuell diskutiert man wieder die Abschaltung der Atomkraftwerke in Deutschland, hier werden sich kleine Blockheizkraftwerke durchsetzen, wo jeder seinen eigenen Strom erzeugen kann, und von der Abwärme des stromerzeugenden Motors wird das Haus beheizt. Aufgrund der Nachfrage merken wir sofort, ob von der Regierung Anreizprogramme aufgelegt werden.

Sanitär Heizung Klima - Azubis der Berufsschule in Eschwege

Azubis der Berufsschule in Eschwege - Sanitär-Heizung-Klima

Großfirmen werben Fachkräfte ab – wie können mittelständische Unternehmen überleben?

Bernd Schrader: Die Industrie nutzt das Handwerk als Ausbildungsstätte und das spüren wir auf dem Fachkräftemarkt. Fertig ausgebildete Gesellen aus dem Handwerk sind „Sahnestücke“ für die Industrie. Leider sind die Möglichkeiten der Industrie, was Bezahlung und Sozialleistungen angeht, stärker. Dadurch geraten wir leicht in den Hintergrund und es wird immer schwerer, unseren eigenen Bedarf an Fachkräften zu decken.

Der Vorteil mittelständischer Unternehmen liegt eindeutig in deren Flexibilität. Handwerksbetriebe haben verstanden, was Dienstleistungen sind, denn Geschäftszeiten mit 24-Stunden-Notdienst gehören zum Standard.

Warum sollte ein Schulabgänger diesen Handwerksberuf ergreifen?

Bernd Schrader: Der Beruf des Anlagenmechanikers umfasst ein großes Lernfeld, da vor einigen Jahren der Beruf des Heizungs- und Lüftungsbauers sowie das des Gas-Wasserinstallateurs zusammengeschlossen wurden. Das Erlernen von Verbindungstechniken wie Löten, Schweißen, Schrauben und Pressen, die Installation eines neuen Bades oder der Einbau einer zentralen Heizungsanlage sind nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was die Ausbildung sehr interessant macht. Ständig wechselnde Baustellen, Umgang mit Menschen und das Arbeiten nach eigener Fantasie oder nach Vorgaben, wecken Ehrgeiz. Reparatur und Einstellung von modernen Heizungsanlagen verlangt Wissen und Geschick. (zge)

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