Schornsteinfeger verlieren ihr Monopol

Freie Wahl, aber auch mehr Pflichten kommen auf Hauseigentümer mit dem neuen Schornsteinfeger-Handwerksgesetz zu. Ab dem kommenden Jahr dürfen Verbraucher selbst entscheiden, wer ihren Kamin wartet.

Für die Schornsteinfeger bedeutet das vorab viel Aufwand und mehr Konkurrenz. Die freie Wahl des Handwerkers bezieht sich auf Kehr-, Mess- und und Wartungsarbeiten. Hoheitliche Aufgaben, darunter Bauabnahmen und Brandschutzberatung, unterliegen dem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger.

Kurzclip: Bezirksschornsteinfeger Jürgen Schäfer über die Änderungen für die Kunden

Mit der Freiheit des Verbrauchers steigt aber auch seine Verantwortung. Denn Hausbesitzer müssen künftig selber Sorge dafür tragen, dass ihre Anlagen regelmäßig gewartet werden. Dazu erhält er bis Ende des Jahres einen so genannten Feuerstättenbescheid. „Der zeigt an, wann was an der Anlage zu erledigen ist“, erklärt Thomas Schmidtke, stellvertretender Obermeister der Schornsteinfegerinnung Südniedersachsen. Für die Betriebe im Landkreis bedeutet die Vergabe der Bescheide derzeit viel Arbeit.

Mit einem Preiskampf unter den Schornsteinfegern rechnet der Meister im Zuge der neuen Regelung nicht. „Die Preise sind gut kalkuliert“, sagt Schmidtke. Wegen weiter Fahrten und bürokratischem Aufwand lohne es sich zudem häufig für den Handwerker nicht, Aufträge von außerhalb anzunehmen. Lediglich in Großstädten könne das Gesetz zu mehr Wettbewerb und damit niedrigeren Preisen führen. „Die meisten Verbraucher werden ihren bisherigen Anbieter aber wohl behalten“, schätzt Schmidtke.

Kehrbezirke werden ausgeschrieben

Für mehr Konkurrenz unter den Schornsteinfegern sorgt aber eine weitere Änderung: Künftig werden die Kehrbezirke alle sieben Jahre ausgeschrieben. Im Vergabeverfahren zählt vor allem Qualifikation. „Es werden Schulungen und Weiterbildungen nötig“, sagt Schmidtke. „Die Schornsteinfeger müssen mehr Engagement zeigen.“ (vsz)

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