Ein Mitarbeiter hilft schon

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Ist sein eigener Chef: Schornsteinfegermeister Michael Jakob aus Schemmern ist einer von 16 im Kreis, die bis jetzt in diesem Jahr eine Neugründung gewagt und dafür den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit in Anspruch genommen haben.

Seit dem 1. Mai 2013 ist Michael Jakob sein eigener Chef. Der 31-jährige Schornsteinfegermeister aus dem Waldkappeler Stadtteil Schemmern hat den Schritt aus der Arbeitslosigkeit gewagt und sich selbstständig gemacht.

Als Unterstützung hatte er im Vorfeld bei der Agentur für Arbeit einen Gründungszuschuss beantragt, der auch bewilligt wurde. Damit ist der 31-Jährige einer der wenigen Unternehmensgründer, die diese Hilfe derzeit in Anspruch nehmen.

Dass die Agentur den Zuschuss mittlerweile nur bewilligt, wenn das Konzept erfolgversprechend ist, sieht Silke Sennhenn, Pressesprecherin der Kasseler Agentur für Arbeit, jedoch nicht als Hauptursache für den Rückgang: „Es ist ja nicht so, dass weniger Anträge bewilligt werden, es werden ganz einfach erst viel weniger Anträge gestellt.“

Eine Entwicklung, die Sennhenn Sorgen macht: „Neu gegründete Unternehmen treiben Innovationen und Strukturerneuerungen voran, sie stärken den Wettbewerb und schaffen Arbeitsplätze. Vor allem aber beenden sie häufig die Arbeitslosigkeit.“ Es sei gut, wenn die Leute eine Anstellung finden würden, aber ebenso wichtig sei die Schubkraft für die Wirtschaft, die neue Unternehmen mit sich bringen.

Tragfähiges Konzept nötig

Dass der Gründungszuschuss deutlich seltener beantragt wird, liegt laut Sennhenn an verschiedenen Faktoren. Möchte ein Existenzgründer die Förderung in Anspruch nehmen, so muss er ein tragfähiges Konzept vorlegen. Und damit tut sich mancher schwer. Fachkundige Stellen wie Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammern, berufsständische Kammern, Fachverbände oder Kreditinstitute müssen die Tragfähigkeit bescheinigen.

„Unsere Berater unterstützen die Kunden dabei, das Konzept zu erstellen“, erklärt Sennhenn. Oft werde während der Gespräche und einer umfassenden Prüfung der Geschäftsidee aber deutlich, dass sich diese nicht so einfach wie gedacht umsetzen lässt.

Auch die derzeitige wirtschaftliche Unsicherheit macht sich beim Rückgang der Unternehmensgründungen bemerkbar. „Die Menschen sind im Moment vorsichtiger, sie wollen kein finanzielles Risiko eingehen“, sagt die Pressesprecherin. Dass so wenige Arbeitslose sich derzeit selbstständig machen, spreche jedoch auch dafür, dass der Markt aktuell gut sei, um Menschen eine Beschäftigung zu vermitteln.

Schon mit einem Mitarbeiter

Gerade einmal zwei Wochen war Michael Jakob arbeitslos, bevor er sich selbstständig machte: „Als ich gehört habe, dass in Eschwege ein Kehrbezirk frei wird, habe ich mich darauf beworben und nach der Zusage mein Gewerbe angemeldet.“

Dass es die richtige Entscheidung war, davon ist Michael Jakob überzeugt: „Es läuft gut, die Menschen sind zuvorkommend.“ Und zum 1. August hat er sogar schon einen ersten Mitarbeiter eingestellt. (gsk/pmi)

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