Uwe Schulz: „Die Werkstätten engagieren sich“

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Uwe Schulz, Obermeister der Innung Kraftfahrzeuggewerbe Ziegenhain

Uwe Schulz, Obermeister der Innung Kraftfahrzeuggewerbe Ziegenhain, stand im Interview Rede und Antwort.

Was hat sich im täglichen Werkstattgeschäft im Kraftfahrzeug-Handwerk verändert?

Uwe Schulz: Ein Punkt ist sicherlich, dass wir heute viels schriftlich fixieren müssen, was früher noch „per Handschlag“ vereinbart wurde. Heute muss alles schriftlich bestätigt werden, um sich abzusichern. Dies ist dann zwangsläufig auch mit mehr Schreibarbeit verbunden. Verändert haben sich auch die Gewährleistungsfristen, die heute wesentlich länger sind. Ingesamt ist die Gesellschaft beziehungsweise die Kundschaft heute besser informiert. Ausschlaggebend hierfür sind die neuen Medien, mit denen sich die Kunden einfach und bequem über verschiedene Themen oder Fragestellungen im Vorfeld informieren können.

Kfz-Handwerk - Azubis der Radko Stöckl Schule in Melsungen

Azubis der Radko-Stöckl-Schule in Melsungen - Kraftfahrzeugmechatroniker

Vielfach wird der „fehlende, qualifizierte Nachwuchs“ im Handwerk beklagt. Sehen Sie dieses Problem auch im Kfz-Handwerk?

Uwe Schulz: Ja, auf jeden Fall. Es fehlt an qualifiziertem Nachwuchs. Die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker ist doch sehr umfassend und anspruchsvoll. Die Auszubildenden müssen heute zum Teil Grundwissen aus Themengebieten vorweisen, die früher in separaten Berufen gelehrt wurden. Wir sehen, dass sich selbst junge Menschen mit guten Haupt- oder Realschulabschlüssen oftmals sehr schwer tun. Dadurch entscheiden sich immer weniger qualifizierte Schulabgänger gegen die Handwerksausbildung.

Was wird seitens der Kfz-Innung getan, um das Interesse bei jungen Menschen an diesem Berufsbild zu wecken?

Uwe Schulz: Die Innung ist hier sehr aktiv. Sie unterstützt Maßnahmen wie beispielsweise den „Girls Day“, um auch Mädchen einen Einblick in diesen Beruf zu geben. Wir haben schon einige junge Damen gehabt, die sich für die Ausbildung entschieden haben – und sehr erfolgreich abgeschlossen haben. Auch die Werkstätten selbst engagieren sich und gehen direkt in die Schulen. Damit die Jugendlichen dann ihre Ausbildung auch erfolgreich abschließen, spielt aber auch das Elternhaus eine wichtige Rolle. Wenn die Eltern dahinterstehen und mit dem Ausbildungsbetrieb kooperieren, dann funktioniert das auch. (ynd)

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