Firmen verlieren jährlich 80 Millionen Euro an illegale Konkurrenz

Schwarzarbeit kostet über 600 Arbeitsplätze

Ohne Schwarzarbeit könnte es über 600 zusätzliche Arbeitsplätze bei Handwerksbetrieben im Landkreis Hersfeld-Rotenburg geben. Das schätzt der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Dirk Bohn.

Jährlich gingen den Handwerkern etwa 80 Millionen Euro durch Schwarzarbeit verloren. Die Zahlen errechnet Bohn aus dem Umsatz der Handwerker in Hersfeld-Rotenburg, der bei ungefähr 800 Millionen Euro pro Jahr liegt. Selbst bei einer zurückhaltenden Schätzung erreiche der Umfang der Schwarzarbeit zehn Prozent des legalen Umsatzes, sagt Bohn.

Da im Handwerk jede Gesellenstelle einem Jahresumsatz von etwa 125 000 Euro entspreche, gingen durch Schwarzarbeit entsprechend viele Arbeitsplätze verloren. Derzeit beschäftigen Handwerksbetriebe im Landkreis etwa 9000 Mitarbeiter.

Seit dem Jahr 2004 ist das Hauptzollamt Gießen mit der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (Bad Hersfeld und Kassel) für die Verfolgung der Schwarzarbeit in Nordhessen zuständig. Die Ermittler haben im vergangenen Jahr fast 1300 Strafverfahren und 750 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Die Summe der aufgedeckten Schäden betrage 6,8 Millionen Euro, berichtet Michael Bender, Pressesprecher des Gießener Hauptzollamts.

Auf Schwarzarbeiter träfen die Ermittler vor allem auf Baustellen, aber auch bei Logistikern, in der Gastronomie und bei Taxifirmen. Werden die Kontrolleure fündig, müssen die Täter nicht nur mit einer Strafe rechnen, sondern auch Steuern, Beiträge zu Rentenversicherung und Berufsgenossenschaft sowie Sozialleistungen nachzahlen.

Der Zoll nehme die Verfolgung der Schwarzarbeit ernst, sagt Bender. „Es geht zwar nicht um Mord und Totschlag, aber manche Betriebe leiden stark darunter, weil sie gegen die unlautere Konkurrenz nicht mithalten können."

Von Marcus Janz

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