Sogar Anfrage aus Arabien

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Schnuppern in der Autowerkstatt: Sie ist eine von insgesamt 13 Berufsangeboten, die Schüler im Berufsbildungszentrum testen können.

Handwerksberufe testen: Das macht die Berufs-Probierwerkstatt der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg möglich. Gemeinsam mit dem Jugendherbergswerk bietet die Handwerkerschaft Schülern die Gelegenheit, Handwerksberufe kennen zu lernen.

Schülergruppen quartieren sich in der Herberge ein und besuchen an drei Tagen die Werkstatt im Berufsbildungszentrum (BBZ) in der Christian-Paul-Straße. Aus 13 Handwerksberufen wählen sie zwei aus, die sie näher kennen lernen. „Wenn die Schüler nach Hause fahren, haben alle ein Werkstück dabei, dass sie zeigen können,“ sagt Rebekka Rieth, Leiterin der Korbacher Jugendherberge.

Die Schulen buchen in der Jugendherberge das Paket. Die sorgt mit der Handwerkerschaft dafür, dass die Plätze in der Probierwerkstatt bereitstehen. Etwa 450 Schülerinnen und Schüler können 2011 individuell Handwerksberufe kennen lernen, schätzt Rieth.

Ein Tag an der Werkbank

Einen Tag stehen die Schüler an der Werkbank und sammeln Erfahrungen in den ausgewählten Berufsfeldern. Zum Paket gehört ein Auswertungsgespräch mit den Betreuern. Anschließend stellen die Schüler ihr Werkstück fertig. Nebenbei lernen die Gäste Korbach kennen: Das Programm umfasst eine Stadtrallye. Kegelabend und Pizzarunde ergänzen den Aufenthalt.

Bei Schulen kommt die Projektwerkstatt offensichtlich gut an. Viele bieten den Besuch seit Jahren an. Dabei seien die Lehrer immer wieder überrascht von dem, „was die Betreuer rüberbringen“, sagt Rieth. Und die Schüler machten die Erfahrung, dass sie in der Schule fürs Leben lernen. Denn an der Werkbank merken sie, dass sie den Schulstoff für ihre Ausbildung brauchen. Rieth sieht in dem Angebot eine „Klassenfahrt mit Mehrwert“. Viele Schüler erinnerten sich noch lange an den Besuch in Korbach.

Bei hessischen Schulen steigt die Nachfrage. Sie erhalten einen Zuschuss vom Land. Doch auch Schulen aus benachbarten Bundesländern interessieren sich für das Angebot. Inzwischen fragen sogar Eltern in der Herberge nach, ob ihre Kinder einzeln die Probierwerkstatt besuchen können. Das geht jedoch nicht, sagt Rebekka Rieth.

Nach einem Bericht in der Mitgliederzeitung des Jugendherbergswerks über die Probierwerkstatt ging in Korbach eine E-Mail aus Saudi-Arabien ein: Eine deutsche Schule interessierte sich für das Angebot. Bei einem für 2012 geplanten Deutschland-Besuch hätte die Schule gern ihren Schülern die Berufe vorgestellt.

Herberge ausgebucht

Diesen Wunsch konnte Rebekka Rieth nicht erfüllen: Ihre Herberge ist für den gewünschten Zeitraum bereits vollständig ausgebucht.

Auch die Jugendburg Hessenstein arbeitet mit der Kreishandwerkerschaft zusammen: Von dort kommen ebenfalls Schüler in die Probierwerkstatt.

Das sagt die Schule im Emsbachtal

„Die Probierwerkstatt ist eine sehr interessante und fruchtbringende Angelegenheit“, erklärte der Brechener Schulleiter Bernd-T. Steioff. Für die Schüler sei es toll gewesen, Berufe auszuprobieren. Mehrere Schüler hätten nach dem Besuch in Korbach einen der vorgestellten Berufe gelernt, zum Beispiel Schreiner, Maler, Metaller und Maurer. Für die Betreuung der Schüler wünscht sich Steioff mehr Zeit von Seiten der Werkstatt-Mitarbeiter. Für den Schulleiter ist die Erreichbarkeit ein größeres Problem. Für die Schüler sei der Fußweg von der Herberge zur Handwerkerschaft ziemlich weit, sagte Steioff augenzwinkernd. Viel schwieriger sei die Erreichbarkeit Korbachs: Da es keine direkte Bahnverbindung gibt, ist die Anfahrt schwierig. Deswegen hat die Schule in diesem Jahr eine Probierwerktstatt in Wiesbaden besucht. (ber)

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