Steinmetz- und Bildhauer-Innung Hessen-Nord hat Gesellen freigesprochen

Sie formen und bearbeiten den Stein

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Schlag auf Schlag: Marius Tucholke bearbeitet mit Hammer und Meißel einen Türsturz

Sorgfältig schlägt Marius Tucholke mit Hammer und breitem Meißel Kerben in einen länglichen, rechteckigen Steinblock. Der 17-Jährige bearbeitet einen Türsturz. Tucholke lernt bei Friedrich Gerloff den Beruf des Steinmetzen. Er ist im ersten Lehrjahr.

Gerloff betreibt den Steinmetzbetrieb am Hauptfriedhof bereits in der vierten Generation. Und er ist Vorsitzender des Prüfungsausschusses der Steinmetz- und Bildhauer-Innung Hessen-Nord, die jetzt acht Gesellen, darunter auch drei Frauen, freigesprochen hat.

Was macht den Beruf so interessant? „Es sind die Vielseitigkeit und die Abwechslung“, sagt Marius Tucholke, der aus Dörnberg stammt. Er suchte nach einem handwerklichen Beruf, bei dem man auch oft im Freien arbeitet. Nach einer Probewoche bei Gerloff hat er sich für die Ausbildung als Steinmetz entschieden.

Der Beruf umfasst ein breites Spektrum. Es reicht von der Gestaltung von Grabsteinen über die Fertigung und den Einbau von Tür- und Fensterbögen beispielsweise für Kirchen, Außentreppen bis hin zu Restaurationen von Museums-Exponaten und Profilen historischer Gebäude.

Im Laufe der Ausbildung können sich die Lehrlinge auf die Fachrichtungen Steinmetz und Steinbildhauer spezialisieren. „Im dritten Lehrjahr müssen sie sich festlegen“, sagt Gerloff.

Außerdem findet eine überbetriebliche Ausbildung in Mainz statt, die vom Bundesinnungsverband und den Ländern finanziert wird.

Zudem gibt es ein Reihe von Weiterbildungsmöglichkeiten. Bereits nach zwei Jahren können Gesellen die Meisterschule besuchen und zusätzlich auch eine Ausbildung zum Steintechniker absolvieren. Weiter sind laut Gerloff Fortbildungen zum Restaurator und zum Betriebswirt im Handwerk möglich. „Der Beruf bietet außerdem eine gute Ausgangslage für ein Studium der Architektur“, sagt er. Gesellen können ebenfalls die Fachrichtung „Gestaltung im Handwerk“ einschlagen, die sich mit dem Design verschiedener Produkte befasst.

Die Auftragslage in den vergangenen Jahren bezeichnet Gerloff als sehr gut. Ihm ist es wichtig, dass Auszubildende Interesse an dem Beruf haben und aufnahmebereit sind. Der Beruf werde zunehmend auch für Frauen interessant. Marius Tucholke sagt: „Die Arbeit macht Spaß und ist kreativ, aber man darf nicht zimperlich sein und muss körperliche Arbeit mögen.“

Steinmetze und Steinbildhauer verdienen im ersten Lehrjahr 440 Euro, im zweiten 550 Euro und im dritten 660 Euro. Der Ecklohn für Gesellen beträgt laut Gerloff 14,70 Euro pro Stunde. Beim Berufseinstieg erhalten sie davon 90 Prozent. (mkx)

www.steinmetz-innung-hessen-nord.de

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