Stilvolles Handwerk

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Stahlwangentreppe: Neuheiten sind auf der Tendence zu sehen.

Von trendigen Möbeln bis hin zu designten Geschenkartikeln – dank Handwerk wird der Alltag bunt und individuell. Die neuesten Produkte aus dem Lifestyle-Bereich werden jährlich auf der internationalen Konsumgütermesse Tendence in Frankfurt/Main präsentiert.

Über 2000 Aussteller aus 67 Ländern zeigen dort mehr als 52.000 Fachbesuchern und Einkäufern aus aller Welt Neuheiten für die Frühjahrs- und Sommersaison 2013 – viele davon realisiert mit handwerklichem Können.

Wenn Handwerker auf Designer treffen, entstehen häufig ungewöhnliche Ideen, die das eigene Heim schöner und ausgefallener machen. Von begehbaren Glasböden bis hin zu minimalistischen Schreibtischen finden Handwerker und Designer gemeinsam praktische und ästhetische Lösungen. Die Tendence bietet ihnen den idealen Rahmen, um ihre neuesten Arbeiten vorzustellen. Daneben gibt es zahlreiche Gelegenheiten, sich bei Vorträgen, Talkrunden und Sonderschauen inspirieren zu lassen. Einer der Messehöhepunkte ist die Verleihung des Hessischen Staatspreises für das Deutsche Kunsthandwerk. Diese renommierte Auszeichnung erhielt im vergangenen Jahr die Schmuckdesignerin Julika Müller.

Dank des Handwerks zur vollkommenen Form

Die gelernte Goldschmiedin überzeugte die Fachjury mit ihren Schmuckstücken aus emailliertem Edelstahl. Ihre Arbeiten sehen aus wie Fundstücke, die eine Geschichte in sich tragen. „Jeder Betrachter kann in meinen Schmuckstücken etwas Eigenes entdecken“, sagt Julika Müller, die für ihre Gussformen gerne mit Wachs und Lavendelstängeln arbeitet. Während sie das Metall früher direkt verarbeitete, gießt sie die Schmuckstücke heute größtenteils. „Für die Ausbildung zur Goldschmiedin habe ich mich damals entschieden, weil mich das Werkzeug beeindruckt hat, mit dem man so kleine kunstvolle Gegenstände schaffen kann. Kunst und Handwerk ist für mich deshalb auch untrennbar miteinander verbunden: Erst mein Handwerk befähigt mich, eine vollkommene Form umzusetzen, die ich zuvor im kreativen Prozess gedanklich entwickelt habe.“ Julika Müller war bereits zwei Mal auf der Tendence vertreten. Als Erstplatzierte 2011 wird sie dort in diesem Jahr in der Jury sitzen – und den nächsten herausragenden Kunsthandwerker mit dem Hessischen Staatspreis auszeichnen.

Perfektion durch Kombination: Handwerk und Design

Ebenfalls auf der Tendence vertreten ist das Unternehmen Müller Möbelwerkstätten. Der familiengeführte Betrieb fertigt hochwertige Möbelstücke an, die nicht nur schön sind, sondern immer auch eine besondere Funktion haben – etwa ein sehr schmaler Sekretär oder eine platzsparende Stapelliege. „Wir nehmen seit über 15 Jahren an der Tendence teil“, sagt Geschäftsführer Jochen Müller. „Die Messe ist besonders wichtig, um internationale Kontakte zu knüpfen und um Kollegen, Journalisten und Kunden zu treffen.“ Gerade die Verbindung von klassischem Handwerk und ausgefallenem Design werde auf der Tendence besonders deutlich. „Es geht darum, sich gegenseitig zu ergänzen. Häufig haben Designer fantastische Ideen, wenn man die Entwürfe jedoch mit handwerklichem Auge betrachtet, wird klar, dass Statik, Stabilität oder Material so nicht funktionieren“, sagt Müller, der auch schon einer ausgefallenen Design-Baby-Wiege zur richtigen Balance verholfen hat. Am häufigsten arbeiten die Schreiner und Lackierer in seinem Team mit Multiplex aus Schichtholz – ein robustes Material, bei dem die sichtbare Holzkante Teil des Designs ist. Nach dem Credo „Form follows Function“ stellt Müller Möbelwerkstätten innovative und intelligente Einrichtungsgegenstände her.

Leichtes Design aus Glas und Karbon

Um eine andere Art der Einrichtung kümmert sich die Hammer Stahl- Manufaktur. Das Unternehmen entwirft und produziert individuelle Treppen-, Dach- und Geländerkonstruktionen für Gebäude. Neben Stahl verarbeiten die Metallbauer Materialien wie Glas, Holz, Aluminium und Titan. „Oft macht erst die Verbindung verschiedener Stoffe den interessanten Aspekt aus“, sagt Geschäftsführer Thomas Hammer, der schon früh Leichtmetalle und spezielle Materialien wie Karbon einsetzte. Der Werkzeugmachermeister und Betriebswirt des Handwerks entwickelt seine Konstruktionen dabei selbst. „Ich bevorzuge klare Linien sowie ein offenes und leichtes Design. Das strahlt Ruhe aus“, so Hammer. Deshalb spielt auch Licht in seinen Entwürfen eine wichtige Rolle: „Das Licht sollte immer seiner Funktion gerecht werden. Im Wohnzimmer soll es grundsätzlich Gemütlichkeit verbreiten, in anderen Bereichen benötige ich eine hellere Lichtquelle. Solche Anforderungen werden in unseren Bauten – etwa bei Dachkonstruktionen – von Beginn an berücksichtigt.“ Mit guten Ideen und handwerklichem Geschick wird es so möglich, hochwertiges Design mit den praktischen Anforderungen des täglichen Lebens zu verbinden. (www.handwerk.de)

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