Teamwork und beste Karrierechancen

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Chance fürs Leben: In Zusammenarbeit mit dem Landkreis werden auf der Bebraer Lehrbaustelle auch Asylbewerber aus Eritrea auf eine Ausbildung im Bauhandwerk vorbereitet.

Ohne das Baugewerbe sähe Deutschland ganz schön alt aus – Fachkräfte sind immer gefragt

Häuser, Straßen, Brunnen, Gleise – all das baut oder erneuert das Baugewerbe. „Da gibt es immer viel zu tun, und deshalb spricht viel für eine Ausbildung am Bau!“, sagt Klaus Stöcker, der Obermeister der Bauhandwerks-Innung Hersfeld-Rotenburg.

Aber nicht nur das: Es ist das Zusammenspiel aus relativ hoher Ausbildungsvergütung, der vergleichsweise sichere Job und die Vielfalt der Tätigkeiten, die eine Ausbildung im Baugewerbe so attraktiv machen. „Viele verbinden Arbeit auf dem Bau immer noch mit Maloche bei Wind und Wetter. Das ist lange vorbei!“, unterstreicht Stöcker. „Bei uns ist nicht nur Anpacken angesagt, sondern auch modernste Technik und Arbeit am Schreibtisch!“ Und er fügt hinzu: „Jeder, egal ob Hauptschüler oder Abiturient, kann es mit guter Arbeit zum Vorarbeiter, Polier oder Meister bringen – und sich die Möglichkeit eröffnen, mehr als manch einer mit Studienabschluss zu verdienen!“

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Zentrale „Anlaufstelle“ für Azubis vor Ort ist die bestens ausgestattete Lehrbaustelle des Bauhandwerks in Bebra. Hier findet sozusagen die überbetriebliche Grundausbildung statt, die die ganze Bandbreite der bauhandwerklichen Tätigkeiten abdeckt. Im ersten Lehrjahr „schnuppert“ man praktisch in jedes Berufsfeld herein, im zweiten „spezialisiert“ man sich und im dritten findet die weitere Ausbildung dann überwiegend im Betrieb statt.

Norman Groß (17) aus Saasen ist im ersten Ausbildungsjahr. Schon zu Hause hat er immer gerne gewerkelt, und deshalb hat er sich nach Hauptschulabschluss und Praktikum für eine Ausbildung als Tiefbaufacharbeiter entschieden. Weil er gerne pflastert und Bordsteine setzt („Da sieht man, was man gemacht hat!“), möchte er sich im Bereich Straßenbau spezialisieren.

Yannik Flohr (21) aus Rotenburg ist im zweiten Lehrjahr. Er mauert gerne und von daher verwundert es nicht, dass seine Interessen in Richtung Hochbau gehen. Darüber hinaus möchte er auch noch das Fachabitur ablegen und eine weitere Ausbildung anschließen.

Tim Pieckenhagen (20) aus Schwarzenhasel hat das Fachabitur bereits in der Tasche. Nach einem Jahrespraktikum hat er sich ganz bewusst für den Bau entschieden, wo er einerseits gerne mit Natursteinen arbeitet, andererseits aber auch gerne mit seinen Kollegen asphaltiert. Sein Rat: „Wer gerne draußen arbeitet und anpacken kann, der ist auf dem Bau richtig!“

Gute Aufstiegschancen

Nach der zwei- bis dreijährigen Lehre und bestandener Prüfung besteht für Gesellen die Möglichkeit, durch Weiterbildung zum Werkpolier, geprüften Polier oder Bautechniker aufzusteigen. Als Meister, zum Beispiel als Maurer- und Betonbauermeister, kann man dann sogar seinen eigenen Betrieb gründen oder aber Führungsaufgaben übernehmen. Auch kombinierte Karrieren, erst Lehre und Meister und dann Studium (sogar ohne Abitur), sind im Baugewerbe möglich.

Schulabgänger mit Fachhochschul- beziehungsweise Hochschulreife haben darüber hinaus die Möglichkeit, Berufsausbildung und Studium im Rahmen von „dualen Studiengängen“ zu verbinden und in kurzer Zeit zwei vollwertige Abschlüsse zu erwerben.

Info: www.lehrbaustelle-bebra.de

Vielfältige Berufsbilder

Das Bauhandwerk bietet eine Vielzahl von Berufsbildern. Das vielleicht naheliegendste ist das des Hochbaufacharbeiters beziehungsweise des Maurers, das sich vom Betonieren der Kellerfundamente bis zum Verputzen der Wände erstreckt. Beim Maurer kommt das Montieren von Fertigteilen nach speziellen Ausführungsplänen dazu.

Der Beton- und Stahlbetonbauer übernimmt die Herstellung des Betons, fertigt die Schalung und baut Stahl- oder Spannbewehrungen ein. Seine Bauwerke sind so vielfältig wie anspruchsvoll: Das beginnt mit Geschossdecken und Treppen im Wohnungsbau und reicht bis zu hochkomplizierten Ingenieurbauwerken wie Fernsehtürmen, Staudämmen oder Autobahnbrücken.

Auch der Beruf des Spezialtiefbauers ist äußerst abwechslungsreich. Um einen festen Untergrund für Bauwerke zu schaffen, wird mit vielen Techniken, modernsten Maschinen und Verfahren gearbeitet.

Zu den Aufgaben des Straßenbauers zählen der Bau und die Instandhaltung von Straßen, Plätzen, Rollbahnen oder Gleisanlagen. Aber auch Anpflanzungen rings um gebaute Anlagen, beispielsweise in Fußgängerzonen, sind seine Sache.

Als High-Tech-Beruf mit Tradition kann man den des Zimmerers charakterisieren. Ob es um Dächer, Treppen oder ganze Häuser in Holzbauweise geht, um Ingenieurholzkonstruktionen oder um die Restaurierung alter Fachwerkgebäude – ohne kompetente Zimmerer läuft nichts.

Die Gestaltung von Wand- und Bodenflächen innerhalb und außerhalb von Gebäuden übernimmt der Fliesenleger.

Ein weiteres Berufsbild ist das des Ausbaufacharbeiters und Trockenbaumonteurs, das es seit 1974 als Ausbildungsberuf gibt. Mit modernsten Verfahren und Techniken stellt er komplette Wandsysteme, aber auch Decken und sogar Fußböden her. (zwa)

Info: www.lehrbaustelle-bebra.de

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