Schule in der Nähe wichtig

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Harald Wegener

Harald Wegener, stellvertretender Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen, fordert, eine wohnortnahe Beschulung nicht nur für die Friseure sicherzustellen, um die Handwerksgewerke in ihrer Vielfalt für jugendliche Bewerber zu bewahren, so Wegener.

Es könne nicht sein, dass die Betriebe aus Hann. Münden und Göttingen ihre Auszubildenden nach Duderstadt schicken sollen, um dort eine Klasse zu füllen. Zu bedenken sei, dass die Schüler „im ersten Lehrjahr meist noch keinen Führerschein haben und auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind“.

Die Verbindung beginne aber nicht am Bahnhof Hann. Münden oder Göttingen, sondern in den umliegenden Dörfern. Wegener: „Also ist die Sichtweise nicht nur inakzeptabel, sondern nahezu unmöglich. Schulstandortsicherung muss anders betrieben werden.“ Jahrelang würden kleinere Klassen gefordert und aufgrund von Platzmangel abgelehnt. Jetzt sei der Platz da, nur das Geld in der Umsetzung für kleinere Klassen werde nicht investiert.

Zukunftsplan nötig

Es sei auch nicht richtig, auf die bevorstehende Fusion der Landkreise Osterode und Göttingen zu verweisen, die neue Bedingungen schaffe, so Wegener in einer Mitteilung: „Es ist dringend erforderlich, für die Schulstandorte einen Zukunftsplan aufzustellen, der eine befriedigende Lösung aller Beteiligten bietet. Eine Entscheidung für die Friseure muss für das Schuljahr 2013/14 vorab getroffen werden.

„Einmal aufgegebene Schulformen, gehen für immer verloren.“ so Wegener, der Obermeister der Raumausstatter Innung Südniedersachsen. Als Beispiel führt er die Raumausstatter an, deren Beschulung der Berufsschule Einbeck zugeschlagen wurde.

Fahrt bis Hildesheim

Auszubildende aus der Region Hann. Münden mussten im ersten Lehrjahr zwei Tage pro Woche und im zweiten und dritten Ausbildungsjahr jeweils einen Tag pro Woche zur Berufsschule nach Einbeck. Aufgrund der schlechten verkehrstechnischen Anbindung und der damit einhergehenden hohen Kosten sei der Berufswunsch für viele nicht realisierbar. Die Anzahl der Auszubildenden ging zurück und die Schulform war in Einbeck nicht mehr zu halten. Heute werden die Raumausstatter in Hildesheim beschult.

Optimieren

Wir bekommen im Ausland für unser duales Ausbildungssystem hohe Anerkennung, so Wegener: „Hieran muss nicht nur festgehalten werden, sondern die Begleitumstände, wie eine wohnortnahe Beschulung muss ermöglicht und optimiert werden.“ Eine Beschulung im Nachbarlandkreis Northeim könne nur dann eine Alternative sein, „wenn der Landkreis Göttingen dies nicht zu guten Bedingungen bieten kann“. (awe)

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