Tischler-Verband will Holzschule übernehmen

Der Fachverband Leben Raum Gestaltung des hessischen Tischlerhandwerks will die insolvente Holzfachschule übernehmen.

Der Fachverband Leben Raum Gestaltung des hessischen Tischlerhandwerks will die insolvente Holzfachschule übernehmen. Das erklärte Geschäftsführer Hermann Hubing auf Anfrage unserer Zeitung.

Hubing: „Wir sind der einzige Interessent – entweder wir übernehmen die Holzfachschule oder sie verschwindet“. Im Falle einer Übernahme werde der Fachverband auch seine Geschäftsstelle mit sieben Mitarbeitern von Wettenberg bei Gießen nach Bad Wildungen verlagern. Die Verbandsversammlung hat darüber am Freitag beraten. Die Holzfachschule hatte im April Insolvenz angemeldet, nachdem Finanzierungsgespräche mit Banken gescheitert waren. Durch den Wegfall der Berufsakademie war der Holzfachschule zuletzt ein Verlust von 500 000 Euro entstanden und die Privatschule in Zahlungsschwierigkeiten geraten.

Wenn der Verband die Schule übernimmt, wird die Investitionssumme „um einiges höher sein“, sagte Verbandsgeschäftsführer Hubing. Eine genaue Zahl wollte er nicht nennen. Der Verband sei sich des finanziellen Risikos aber durchaus bewusst. Hubing: „Die Schule ist ja nicht ohne Grund in die Insolvenz gegangen.“

Wenn der Tischler-Verband die Holzfachschule übernimmt, will er stark mit anderen Fachverbänden aus dem Holzhandel, dem Sägewerks-Bereich und dem Modellbau zusammenarbeiten. „Durch die stärkere Einbindung der Verbände können wir passgenauere Angebote für die Betriebe entwickeln“, sagt Geschäftsführer Hubing. Als Träger der Holzfachschule könnten für diese und die Verbände auch Synergieeffekte entstehen. Hubing: „Wir haben Betriebsberater und die Holzfachschule auch“. Auch könne es einen stärkeren Austausch zwischen der betrieblichen Praxis und der Forschung an der Holzfachschule geben.

Weiterbildung für Holzindustrie

Als Berufsschule für Sägewerker wurde die Holzfachschule 1953 eingeweiht. Sie war die Nachfolgerin der „Berufserziehungsstätte Sägewerke e.V. Berleburg“. Neben vier Unterrichtsgebäuden mit Internat wurden ein Lehrsägewerk sowie der Verwaltungsbau mit Küche und Speisesaal errichtet. Ursprünglich wurden Lehrgänge für Gatterführer und Sägenschärfer abgehalten, aber auch für Beschäftigte in Betriebsbereichen Rundholz, Schnittholz und Holztrocknung. Heute bietet die Holzfachschule nach eigenen Angaben eines der umfangreichsten Aus- und Weiterbildungsangebote für Handwerk und Industrie in Deutschland. (nh) Mehr dazu finden Sie im Internet unter: www.holzfachschule.de Von Ingo Happel-Emrich

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