Von der Skizze zum fertigen Objekt

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Geschickter Handwerker: Jan Labbuda aus Hessisch Lichtenau ist im ersten Lehrjahr seiner Tischler-Ausbildung, die er bei der Tischlerei Schneider in Bischhausen absolviert.

Werra-Meißner-Kreis. Wohnräume individuell gestalten und nach den Vorstellungen der Kunden planen, bauen und umsetzen, das sind alles Aufgaben eines Tischlers. Von der ersten Skizze vor Ort bis zum fertigen Produkt ist es ein langer Weg.

„Als Tischler hat man jeden Tag eine andere Aufgabe, man arbeitet natürlich viel mit Holz, aber auch andere Materialien werden dabei integriert“, erklärt Martin Schneider, Geschäftsführer der Tischlerei Schneider aus Bischhausen. Nachwuchs im Beruf ist für den Familienbetrieb schon immer wichtig gewesen, den ersten Lehrling bildete das Unternehmen 1965 aus.

Wer sich für den Beruf des Tischlers interessiert, sollte zunächst erstmal ein Praktikum machen, um zu sehen, ob die Vorstellungen des Berufes auch der Realität entsprechen und um zu sehen, ob man in die Firma passt. Diesen Weg ging auch Jan Labbuda aus Hessisch Lichtenau, der am 1. August seine Lehre als Tischler begann. „Ich wollte schon immer gerne Tischler werden, ich arbeite gerne mit Holz und verschiedenen Werkstoffen“, so der Auszubildende.

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Die dreijährige Ausbildung wird im dualen System absolviert, das Hauptaugenmerk liegt auf der Ausbildung vor Ort im Betrieb, aber auch in der Berufsschule lernen die Auszubildenden viel, zum Beispiel über Werkstoffkunde. In der überbetrieblichen Ausbildung, die meist als Wochenkurs stattfindet, wird vor allem das Arbeiten mit Maschinen gelehrt. Für eine Ausbildung als Tischler sollte man mindestens einen guten Hauptschulabschluss mitbringen, gute Grundkenntnisse in Mathe vorweisen können um Maße und Flächen berechnen zu können, sowie über technisches Verständnis und handwerkliches Geschick verfügen. „Man muss sich einfach vorstellen können, wie ein Produkt am Ende aussehen soll, wenn man nur die Zeichnung sieht“, erklärt Obermeister Martin Füllgraf von der Innung holz- und kunststoffverarbeitendes Handwerk Werra- Meißner-Kreis. „Außerdem ist es für uns wichtig, dass die Lehrlinge kommunikativ sind, wir arbeiten immer im Team, da muss man gut miteinander auskommen“, fügt Martin Schneider an. Von klassischen Holzfenstern, die vor allem für den Denkmalschutz verwendet werden, über Kunststofffenster, bis zum Möbelbau und dem Einbau von Fertigelementen, der Beruf ist sehr vielseitig und individuell. „Man kann sich in jedem seiner Stücke verwirklichen und sieht anschließend, was man gemacht hat“, erklärt Martin Schneider. Die Zukunftschancen für Tischler sehen sehr gut aus: „Gute Leute werden immer gesucht, außerdem hat man auch sehr gute Aufstiegschancen und kann sich sehr gut selbst verwirklichen“, erklärt Martin Füllgraf. Heute benötigt der Tischler nicht mehr so viel Körperkraft, wie noch vor ein paar Jahren. Moderne Fertigungsverfahren erleichtern den Arbeitstag, was ihn auch attraktiv für Frauen macht. Nach der Ausbildung hat man viele Möglichkeiten, seinen persönlichen Weg weiter zu gehen. Man kann seinen Meister machen, um sich damit selbstständig zu machen oder selbst Lehrlinge auszubilden, man kann aber auch die Lehre als Grundlage für ein Studium im Ingenieurswesen oder als Architekt nutzen.

Die Möglichkeiten sind vielfältig: Martin Schneider hat zum Beispiel nach der Meisterschule eine Fachausbildung zum staatlich geprüften Form- und Raumgestalter absolviert um seine Kunden bestmöglich beraten und für sie planen zu können. (sb)

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