Turm lässt Wasser fließen

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Platz für 20 000 Liter Wasser: Im Bildungszentrum Kassel wurde der obere Teil des zwölf Meter hohen Wasserturms für Uganda montiert. Das Bild zeigt von links BZ-Umschüler Oliver Harms, Hüseyin Ilik, Vladimir Ritter, Igor Savcenko und Peter Blumenstein, Together-Vorstandsmitglied Klaus Friedrich, Metallbaumeister Bernhard Wehner, Gerd Wiegand, Fachbereichsleiter Schweißen und Metall, BZ-Chef Jürgen Müller und Turm-Konstrukteur Franz Kracheletz.

Fertig montiert wird das drei Tonnen schwere Stahlgerüst einmal zwölf Meter in die Höhe reichen. Das ist nötig, um das Wasser mit ausreichendem Druck aus den Wasserhähnen im neuen Schulzentrum von Kooki in Uganda sprudeln zu lassen.

Zwei Monate haben die Männer im Fachbereich Metallbau im Bildungszentrum (BZ) Kassel an dem Stahlturm gesägt, gefeilt, geschraubt und geschweißt. Damit leisten die Arbeitslosen nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Entwicklungshilfe in Afrika, sondern verbessern gleichzeitig auch ihre Qualifikation und damit ihre Chancen auf die Rückkehr in feste Jobs.

Vier Männer wieder in Arbeit

Zehn Männer haben an dem von Metallbaumeister Bernhard Wehner geleiteten Fortbildungsprojekt teilgenommen, immerhin vier von ihnen seien schon wieder in Arbeit, freut sich BZ-Leiter Jürgen Müller.

Als der Kasseler Verein Together – Hilfe für Uganda die Bitte zum Bau des Wasserturms äußerte, sprang die BZ-Mannschaft gern ein. Vereinsmitglied und Konstrukteur Franz Kracheletz (74) aus Kaufungen hatte die Pläne erarbeitet, die durchaus anspruchsvoll sind: Der Turm muss immerhin 25 Tonnen tragen, denn oben sitzen zwei Tanks mit jeweils 10 000 Litern Wasser.

BZ-Geschäftsführer Jürgen Müller (47)

BZ-Chef Müller: „Wir freuen uns, wenn wir in der Ausbildung reale Projekte umsetzen können.“ Das freilich geht nur bei gemeinnützigen Vorhaben, denn dem regulären Handwerk dürfen keine Aufträge weggenommen werden.

Nun ist der Wasserturm fertig, die obersten vier Meter wurden auf dem Gelände des BZ in Waldau probeweise aufgebaut. In den nächsten Wochen soll er per Container nach Afrika verschifft werden.

Der Verein Together hat in Kooki, einer Stadt rund 150 Kilometer westlich von Ugandas Hauptstadt Kampala, ein Schulzentrum gebaut, in dem derzeit 700 Schüler unterrichtet werden. Bis 2011 sollen es 1000 sein. Kürzlich wurde die Schule als beste des Landes ausgezeichnet, berichtet Together-Vorstandsmitglied Klaus Friedrich. Der neue Wassertank auf dem Stahlturm soll dafür sorgen, dass Schule und Umfeld zuverlässig mit sauberem Trinkwasser versorgt werden.

Ein Brunnen ist bereits gebohrt, der Turm und eine Fotovoltaikanlage komplettieren das 78 000 Euro teure Projekt. Drei Viertel des Gelds kommen vom Entwicklungshilfe-Ministerium in Berlin, den Rest sammelt Together über Spenden ein. (tom)

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