Unternehmer suchen dringend Nachfolger

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Wachsendes Problem: Die Unternehmensnachfolge wird für viele Betriebsinhaber zunehmend schwieriger

Ein Dauerbrenner wird zum wachsenden Problem: Etwa 30 Prozent der im Bezirk der Handwerkskammer Kassel arbeitenden Unternehmer sind 55 Jahre alt oder älter. Für diese Betriebe werden mittelfristig Nachfolger gesucht. 2562 Unternehmen im Landkreis Kassel sind Mitglied der Handwerkskammer.

Das Problem der Betriebsübergabe ist bei Industrie- und Handelskammer (IHK) und Kreishandwerkerschaft bekannt. Wenngleich beide Organisationen nicht über detaillierte Zahlen für den Kreis verfügen, sind sich ihre Vertreter einig, dass der demografische Wandel ein Teil des Problems ist. „Es ist ein schleichender Vorgang“, sagt Erich Horbrügger, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hofgeismar-Wolfhagen. Es gebe weniger junge Fachkräfte, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen würden. „Die meisten wollen einen geregelten Acht-Stunden-Tag und sind nicht bereit, einen höheren Einsatz zu bringen.“ Dabei könne der Traum, sein eigener Chef zu werden, gerade im Handwerk wahr werden.

Bernd Blumenstein, der in der Handwerkskammer Kassel die Abteilung Betriebsberatung und Unternehmensführung leitet, berichtet, dass sein Team bis Anfang November dieses Jahres 110 Gespräche im Kreis geführt habe, bei denen es auch um Unternehmensnachfolge ging. In 50 Fällen sei es zu einer Lösung gekommen. Etwa die Hälfte der Nachfolger stamme aus der Unternehmerfamilie selbst, jeweils ein Viertel aus dem Mitarbeiterkreis und aus externen Bewerbern.

Im gesamten Beratungsbezirk, der Nord-, Ost- und Mittelhessen umfasst, suchten 130 Unternehmer ganz konkret nach einem Nachfolger, aber nur 15 Fachleute seien auf der Suche nach einem eigenen Betrieb. Zu den Sorgenkindern gehörten traditionelle Betriebe wie Fleischerei und Bäckerei.

Von Bea Ricken und Silke Schäfer-Marg

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