Veredeln ist ihre Berufung

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Genauigkeit gefragt: Beim Auflegen der bedruckten Folie auf das Wasser dürfen sich darunter keine Luftblasen bilden.

Dass sich ein Handwerksunternehmen aus dem Mündener Altkreis an einer Innovations-Ausstellung im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium in Hannover beteiligen und dabei seine Produkt- und Angebotspalette präsentieren kann, kommt nicht alle Tage vor.

Für das Dransfelder Unternehmen Michael Kramer Fahrzeugtechnik ging dieser Traum jetzt in Erfüllung.

Als Firmenchef Michael Kramer 1991 mit zwei Mitarbeitern im Gewerbegebiet „In der Dehne“ eine kleine Karosseriewerkstatt eröffnete, in der fast nur Unfallschäden behoben wurden, war nicht abzusehen, wie gut sich der Betrieb in den kommenden 20 Jahren entwickeln würde. 1995 kamen Mechanikarbeiten dazu, 2000 wurde eine Lackiererei gebaut. Mittlerweile beschäftigt Kramer 20 Mitarbeiter und der Firmenslogan „Wir machen Ihr Auto-Mobil“ ist Programm.

Geschafft: Dietmar Scholz präsentiert die soeben beschichtete Unterschenkel-Prothese.

Zum Angebot zählen neben Karosserie-, Mechanik- und Lackierarbeiten unter anderem aber auch Fehlerdiagnose, Autoglasarbeiten, ein Abschleppdienst sowie Fahrzeugreinigung. Verschiedene Leihfahrzeuge stehen für Kunden bereit.

Dass der Dransfelder zur Ausstellung „Handwerk zu Gast bei Minister Jörg Bode“ eingeladen wurde, verdankt er jedoch nicht seiner Vielseitigkeit, sondern seinem unternehmerischem Gespür: Als er vor etwa fünf Jahren bei einem Seminar von der in China entwickelten Beschichtungsmethode des Wassertransferdrucks erfuhr, beschloss er, diese in seinem Betrieb einzuführen.

Dreidimensionale Teile

„Damals war das Verfahren noch nicht ausgereift und wurde nur für Teile im Fahrzeuginnern angewendet“, erzählt Kramer. Mit seinem Lackierer Markus Renn und dem übrigen Team habe er den Wassertransferdruck weiterentwickelt und perfektioniert. Mit dem Resultat, dass jetzt auch dreidimensionale Teile, die großen Belastungen und extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, damit veredelt werden können.

Damit hat sich Michael Kramer neue Märkte für Aufträge erschlossen, so dass jetzt nicht nur Autobesitzer, sondern vor allem auch Firmen aus der Medizintechnik – wie beispielsweise der Duderstädter Otto Bock-Konzern – zur Kundschaft zählen.

„Stillstand kommt für mich nicht in Frage“, sagt der gebürtige Dransfelder und nennt damit gleichzeitig sein wichtigstes Erfolgsrezept. Die Frage, ob er sich vorstellen könnte, mit seinem Betrieb irgendwann in eine größere Stadt umzuziehen, wiegelt er ab. „Da ist man nur einer von vielen“, sagt der 48-Jährige. „Hier dagegen hat man noch persönlichen Kontakt zu den Kunden.“ Und das sei schließlich das A und O in seiner Branche. (Von Per Schröter)

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.kramer-fahrzeugtechnik.de

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