Vierte Generation backt

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100 Jahre Bäckerei, Konditorei und Café Hans Metz: (von links) Inhaber Heinrich Metz, Hans-Christian Metz, Elfriede Metz, Reinhold Binder, Erhard Weege, Bianca Wallek, Joanna Flores-Holzhauer und Mandy Weirauch im Geschäft an der Querweingasse 2.

Im Jahr 1911 pachtete Bäckermeister Wilhelm Metz aus Niederurff den Betrieb von Bäcker Roß am Untertor. Damit begann die Geschichte der Bäckerei, Konditorei und des Cafés Metz in Rotenburg.

Am 1. Dezember wurde im Haus an der Querweingasse 2 das 100jährige Bestehen des Handwerksbetriebes gefeiert.

Im Haus am Untertor, das die Familie Metz im Jahre 1948 aufwendig erneuern ließ, wird seit über 350 Jahren gebacken. Wilhelm Metz, der den Bäckerberuf in Kassel erlernt hatte, musste aus dem von ihm geführten Gasthaus „Zum Rathaus“ in Niederurff weichen, griff bei der Pacht am Untertor zu und zog mit seiner Familie nach Rotenburg.

In der Zeit des Ersten Weltkrieges musste Sohn Hans bereits mit elf Jahren in der Backstube helfen. Er lernte später ebenfalls in Kassel Bäcker und Konditor, ging ins Rheinland und kehrte erst nach Rotenburg zurück, als er den bis dahin gepachteten Betrieb am Untertor von den Erben der Familie Roß in den 1920-er Jahren kaufen konnte.

Mit dem eigenen Betrieb ging es unter der Regie von Hans Metz, der das Geschäft 1935 zusammen mit seiner Ehefrau Marie offiziell übernahm, schnell bergauf. Das ist durchaus im Wortsinn zu verstehen, denn der ideenreiche Bäckermeister baute Ende der 1920er-Jahre am Emanuelsberg, wo heute das Kreiskrankenhaus steht, ein Wald-Café auf, das sich damals großer Beliebtheit erfreute. Mit Hilfe der Eselin Liese wurden die Torten auf den Berg gebracht, und in Spitzenzeiten hatte Hans Metz mit seinen Mitarbeitern dort 400 bis 500 Gäste zu versorgen. Bis 1934 war das Wald-Café in Betrieb.

Mehrfach wurde der Betrieb, der heute in dritter Generation von Heinrich Metz gemeinsam mit seiner Ehefrau Elfriede geführt wird und zu dem auch ein kleines Lebensmittel-Geschäft zählt, vergrößert. Weitere Häuser an der Querweingasse wurden dazugekauft. Mit Sohn und Bäckermeister Hans-Christian Metz steht heute bereits die vierte Generation in der Backstube.

Zeitweise wurden bis zu zwölf Angestellte beschäftigt. Viele Jahre versorgte der Betrieb auch die Soldaten in der Alheimer-Kaserne mit Backwaren. Heute gibt es drei Mitarbeiterinnen im Verkauf und mit Erhard Weege und Reinhold Binder zwei Fachkräfte, die schon seit 37 Jahren für die Familie Metz abeiten.

Neben dem Feinkost-Laden wird bis heute auch ein Café betrieben, das täglich um sechs Uhr öffnet und nach der Mittagspause bis 18 Uhr geöffnet bleibt. Auch Sonntag ist von 14 bis 18 Uhr geöffnet, den Sonntagnachmittag holt die Familie am Montagnachmittag nach - da bleibt das Café zu.

„Qualität ist meine Empfehlung, das spricht sich herum“, sagt Bäckerei-Chef Heinrich Metz. Zum Betriebsjubiläum am heutigen Donnerstag bietet er seinen zahlreichen treuen Kunden günstige Jubiläumsangebote.

Von Jörg Steinbach

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