Vom Waffenschmied zum Präzisionstechniker

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Exakt arbeiten: Wo früher vor allem Schmiede und Schlosser zu den Metallhandwerkern gehörten, ist die Berufspalette heute sehr unterschiedlich und reicht vom Fahrzeugbauer bis zum Zerspanungstechniker.

Es ist rund 4000 Jahren her, seit Menschen mit der Herstellung und Bearbeitung von Metall begonnen haben. Der Beginn der Bronzezeit markiert einen Wendepunkt in der Geschichte. Aus Bronze wurden kunstvolle Waffen geschmiedet, Werkzeuge, Schmuck und Kunstgegenstände hergestellt.

Das Metall entsteht durch eine Legierung aus 90 Prozent Kupfer und 10 Prozent Zinn. Der Zugang und die Beherrschung dieser Bodenschätze hatte weitreichende gesellschaftliche Auswirkungen. Erstmals konnte Reichtum angehäuft werden. Bronze wurde als Zahlungsmittel eingesetzt. Da die Bodenschätze nicht gleichmäßig verteilt waren, mussten neue Handelswege erschlossen werden.

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Mit der Kenntnis der Eisenherstellung und -gewinnung setzte sich diese Entwicklung fort. Eisen ist härter als Bronze, dadurch konnten Werkzeuge gefertigt werden, die wiederum die Wirtschaft veränderten. Schmiede stellten Bohrer, Raspeln, Hämmer, Zangen und Bleche aus Eisen her, die ihrerseits eine leichtere Bearbeitung von Holz und Stein ermöglichten. Landwirtschaftliche Geräte wie Schaufeln, Pflugschare, Sensen und Sägen beeinflussten die Nutzung von Land und Wald. Ein weiterer Schritt in der Geschichte des Metallhandwerks ist das Zusammenschmelzen mehrerer Stoffe in einem Hochofen zu Stahl. Der Hauptbestandteil ist Roheisen. Durch einen geringen Kohlenstoffanteil lässt sich das Material gut schmieden und walzen. Die Veredelung durch hinzufügen anderer Substanzen verändert die Eigenschaften: Stahl wird beispielsweise durch das Hinzufügen von Chrom rostfrei. Dadurch verändern sich wiederum die Nutzungsmöglichkeiten.

Spätestens mit dem Zeitalter der Industrialisierung wird deutlich, wie sich neue Erfindungen und technische Entwicklungen gegenseitig beeinflussen. Stahl wird seitdem für die Massenproduktion eingesetzt. Eisenbahnen, Schiffe, Flugzeuge oder Autos könnten ohne Metallverarbeitung nicht hergestellt werden. Brückenkonstruktionen, Geländer, Windkraftanlagen und Präzisionsinstrumente sind Produkte hochspezialisierter Fachkräfte. Aus den Schmieden und Schlossern früherer Zeiten sind neue Berufe entstanden, sie heißen Metallbauer und Feinwerkmechaniker.

Die Weiterentwicklung der Technik und Innovationen in Handwerk, Industrie und dem Dienstleistungssektor beeinflussen sich auch heute noch. (zip)

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