Die weibliche Seite des Handwerks

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Kampagnenmotiv: Am 8. März ist Weltfrauentag.

Das Handwerk bietet Frauen handfeste berufliche Perspektiven – am Weltfrauentag, wie an den übrigen 364 Tagen im Jahr. Ob als Unternehmerfrau, Betriebsgründerin, Mitarbeiterin oder Auszubildende, Frauen sind im Handwerk heute eine feste Größe.

27 Prozent der neuen Auszubildenden und 24 Prozent der Existenzgründer im Handwerk sind inzwischen weiblich. Damit ist der Wirtschaftsbereich für Frauen attraktiv wie nie zuvor. Vielfältige und spannende Berufsfelder, hervorragende Karrierechancen und ein familienfreundliches Arbeitsumfeld können immer mehr Frauen für das Handwerk begeistern. Hinzu kommt, dass moderne Werkzeuge und automatisierte Maschinen die handwerklichen Arbeitsabläufe verändert haben.

Mehr junge Frauen in gewerblich-technischen Berufen

Mangelnde Körperkraft ist für das vermeintlich schwache Geschlecht bei der Berufswahl im Handwerk inzwischen nachrangig. So haben Berufe wie Tischlerin, Systemelektronikerin oder Malerin und Lackiererin, die lange als klassische Männerberufe galten, in den letzten Jahren an Beliebtheit unter jungen Frauen gewonnen.

Dazu tragen auch erfolgreiche Vorbilder wie Helma Hartgen aus Hude bei Oldenburg bei. Die Geschäftsführerin der Hartgen Maschinenbau GmbH wurde vom handwerk magazin als Unternehmerfrau 2010 gekürt. Ihr Betrieb hat sich auf die Herstellung von Fördertechniken für Schüttgüter spezialisiert. Zu ihren Kunden zählen Nahrungsmittelhersteller wie Kellogg’s ebenso wie Pharmaunternehmen. Die Arbeit mit schweren Metallteilen gehört zum Alltag. „Alle Arbeitsplätze sind jedoch mit einer Hebevorrichtung ausgerüstet, an denen das Werkstück angehängt werden kann. Außerdem haben wir eine vollautomatische Abkanntpresse, in die man das Blech nur reinhalten muss“, erklärt Hartgen, die selbst gelernte Technische Zeichnerin ist.

Gelebte Familienfreundlichkeit

Ebenfalls ein wichtiger Punkt für Frauen: Familie und Karriere sind im Handwerk keine unvereinbaren Gegenpole. Kein Wirtschaftszweig besitzt eine so hohe Familienaffinität, wie das Handwerk. Über 75 Prozent der Handwerksbetriebe sind Familienbetriebe, Familie und Beruf in Einklang zu bringen ist für sie eine Selbstverständlichkeit. Durch die vorwiegend kleinen und mittelständischen Strukturen sind sie zudem besonders flexibel. Im engen persönlichen Austausch können die Betriebsinhaber ihren Mitarbeitern passgenaue individuelle Lösungen bieten und diese Regelungen häufig schnell, unbürokratisch und informell umsetzen. Seien das flexible Ausbildungsplatzmodelle, Kontakt und Kooperationen mit Kinderbetreuungseinrichtungen oder Job- und Ausbildungsplatz-Sharing- Modelle. Weitere Unterstützung gibt es von Seiten der Handwerksorganisation. So bietet etwa die Förderstelle der Handwerkskammer Braunschweig- Lüneburg-Stade Frauen nach einer Erbwerbsunterbrechung spezielle Wiedereinstiegskurse.

Weiblich, qualifiziert, führungsstark

Verändert hat sich aber auch das weibliche Selbstverständnis. „Gerade die Unternehmerfrauen treten immer selbstbewusster auf und sehen sich zu Recht auch als qualifizierte Führungskräfte“, erläutert Heidi Kluth, Vorsitzende des Bundesverbands Unternehmerfrauen im Handwerk. Als „Mit- Chefin“ übernehmen sie wichtige kaufmännische Aufgaben, wie die Buchhaltung und Kreditgespräche. „Frühere Formulierungen, sie wären die gute Seele des Betriebes, sind mit dem heutigen Selbstverständnis einfach nicht mehr zu vereinbaren“, so Kluth weiter.

Ob als Unternehmerfrau, Betriebsgründerin oder Mitarbeiterin, entscheidend für die Karriere im Handwerk sind eine gute Ausbildung und Weiterqualifizierung. Viele Handwerksorganisationen bestärken Frauen im Handwerk und bieten umfassende Beratungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Auch Helma Hartgen hat ihre Kenntnisse und Fertigkeiten auf diesem Weg ständig erweitert. „Vor unserer Betriebsgründung habe ich ein betriebswirtschaftliches Seminar für Meisterfrauen bei der Handwerkskammer Oldenburg absolviert und mich später zur Fachkauffrau in der Handwerkswirtschaft weitergebildet.“ Keine leichte Aufgabe. Schließlich bedeutet die stetige Weiterqualifizierung oftmals eine Zusatzbelastung neben Berufstätigkeit und Familie. Wie Hartgen meistern viele Frauen diese Herausforderung jedoch äußerst erfolgreich. (www.handwerk.de)

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