Weibliche Fachkräfte im Handwerk gebraucht

Immer mehr junge Frauen finden ihren Weg in einen handwerklichen Beruf. Beim jährlich stattfindenden „Girls’ Day“ und bei den Handwerkskammern vor Ort können sich Schülerinnen eingehend über die Chancen informieren, die ein Handwerksberuf ihnen bietet.

Der meistens im April stattfindende „Zukunftstag für Mädchen“ ermöglicht Schülerinnen Einblicke in handwerkliche und technische Berufe. Mehrere hundert Betriebe und Einrichtungen des deutschen Handwerks beteiligen sich immer an dem Aktionstag und unterstützen den weiblichen Nachwuchs bei der nach dem Schulabschluss anstehenden Berufswahl.

Motivation ist entscheidend

Mit über 140 Ausbildungsberufen bietet sich den jungen Frauen im Handwerk eine große Vielfalt an Möglichkeiten. Qualifizierter Nachwuchs ist dort immer gefragt. Dabei entscheidet schon lange nicht mehr das Geschlecht, vielmehr zählen Motivation und Fähigkeiten. Selbst in früher traditionellen Männerberufen besteht heute großer Bedarf an jungen Frauen.

Im Kfz-Bereich etwa finden schon heute gezielte Aktionen und Wettbewerbe statt, um Schülerinnen für eine Ausbildung zur Kraftfahrzeug-Mechatronikerin zu begeistern.

Frauen erobern traditionelle Männerdomänen

In fast allen Handwerksberufen ist der Frauenanteil in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen, er liegt im Durchschnitt inzwischen bei rund einem Viertel. Von den gut 114.000 weiblichen Auszubildenden im Jahr 2008 waren viele auch in traditionellen Männerdomänen vertreten. So gab es unter ihnen rund 4000 angehende Malerinnen und Lackiererinnen und etwa 2000 Tischlerinnen. Dort, wie überall, kommt es heute auf Köpfchen und Geschick an statt allein auf körperliche Kraft – technische Hilfsmittel sowie moderne Maschinen und Geräte machen diesen Wandel möglich.

In anderen Gewerken stellen Frauen die Mehrheit. Dazu zählen neben den beliebten Ausbildungsberufen Friseurin oder Lebensmittelfachverkäuferin auch moderne Hightech-Berufe wie die Hörgeräteakustikerin, wo Frauen mit rund 63 Prozent in der Überzahl sind.

Unternehmensgründerinnen und Führungskräfte

Auch in Führungspositionen übernehmen immer mehr Frauen das Ruder. Das unterstreicht die Zahl der erfolgreich bestandenen Prüfungen angehender Meisterinnen in den vergangenen zehn Jahren – sie hat sich verdoppelt.

Immer mehr Frauen tragen mit ihrem Engagement dazu bei – vermehrt auch als Unternehmensgründerinnen. Laut einer Studie der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld sind ein Viertel aller Selbstständigen im Handwerk Frauen. 80 Prozent von ihnen bauen einen neuen Betrieb auf, 20 Prozent übernehmen ein bestehendes Unternehmen.

Weitere Informationen zur Ausbildung im Handwerk erhalten die Schülerinnen bei den Handwerkskammern vor Ort. Diese bieten auch Lehrstellenbörsen an, in denen noch freie Ausbildungsplätze verzeichnet sind. (www.handwerk.de)

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