Wenige Azubis im Kreis brechen Lehre ab - Quote liegt bei 1,9 Prozent

Die Lehrlinge im Schwalm-Eder-Kreis haben Biss. Nicht einmal jeder zehnte Berufsanfänger im Handwerk breche seine Ausbildung ab, teilt die Kreishandwerkerschaft mit. Damit widerlegt sie eine Statistik des Bundesinstituts für Berufsbildung.

Die hatte ergeben, dass bundesweit jeder fünfte Jugendliche seine Ausbildung abbricht.

Diese Zahlen sind im Landkreis nicht vorstellbar: Lediglich in anspruchsvollen Berufen wie dem des Kfz-Mechatronikers liege die Abbruchquote bei knapp zehn Prozent, sagt Kreishandwerkerschaftssprecher Wolfgang Scholz. Sie sei vor allem in den technischen Berufen hoch, weil viele Jugendliche die Anforderungen unterschätzten. Eine der häufigsten Ursachen für die vorzeitige Auflösung von Verträgen sei Überforderung.

Die Handwerkerschaft bemühe sich zwar, frei werdende Ausbildungsstellen schnell neu zu besetzen, doch gehe für Betriebe und Lehrlinge mit diesen Abbrüchen wertvolle Ausbildungszeit verloren. Zudem verschärften sie den drohenden Fachkräftemangel.

Scholz macht sich deshalb für Praktika stark, bei denen sich Betriebe und Lehrlinge schon einmal kennenlernen könnten. „Wer diese Nagelprobe besteht, der weiß, was im Beruf auf ihn zukommt.“

Um die Zahl von Abbrechern so gering wie möglich zu halten, investiere die IHK Schwalm-Eder viel Geld in die Berufsorientierung von Jugendlichen.

Und das zahle sich aus: Lediglich 1,9 Prozent der insgesamt 1125 Ausbildungsverhältnisse im Bereich der IHK Schwalm-Eder seien im vorigen Jahr aufgelöst worden. Zum Vergleich: Die IHK Kassel verzeichnete eine Abbruchquote von 7,9 Prozent.

Im ländlichen Raum sei die Zahl nicht so hoch, sagt Meyer, weil den Betrieben das Thema ein wichtiges Anliegen sei: „Viele Unternehmen sehen es noch immer als Privileg, ein Ausbildungsbetrieb zu sein.“

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