Von der Werkbank an die Uni

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Nach der Ausbildung studieren: Über diese Möglichkeit freuen sich Max Giusti (von links), Maler und Lackierer in der Ausbildung zum Gestalter im Handwerk mit seiner Kollegin Iris-Hoffmann-Leipold, Schauwerbegestalterin, mit ihnen Barbara Eiffert, Leiterin der Werkakademie und Adam Ryl, Metallbaumeister und Werkstattleiter.

Sie hat einen Realschulabschluss und eine Ausbildung zur Tischlerin. Die 22-Jährige Jennifer Wakeman studiert an der Werkakademie Kassel in vier Semestern Gestalterin im Handwerk.

Und erwirbt damit nicht nur eine zusätzliche Qualifikation für ihren erlernten Beruf, sondern auch eine Hochschulzugangsberechtigung. Seit 10. Juli dieses Jahres ist das Gesetz auch für Hessen in Kraft, welches Absolventen die Tür zum universitären Studium öffnet. In vielen anderen Bundesländern gilt das gleichermaßen.

Das Studium zum Gestalter im Handwerk wird an der Werkakademie Kassel seit zwanzig Jahren angeboten. Die Qualifikation zum Fachkaufmann für Handwerkswirtschaft und der Ausbilderschein sind in das Studium integriert. Beides ist Bestandteil des Meisterbriefs.

Theorie und Praxis verbinden

Die Studierenden kommen aus unterschiedlichen Handwerksberufen: Von der Zahntechnikerin bis zum Maler und Lackierer, vom Schreiner bis zur Fotografin reicht die Palette. Die Ausbildung ist sehr praxisorientiert: Parallel zum Erwerb von theoretischem Wissen arbeiten die künftigen Gestalter in der akademieeigenen Werkstatt. Als Ansprechpartner steht ihnen dort Adam Ryl zur Seite. Der Werkstattleiter ist Metallbaumeister.

Die übrigen Dozenten sind Designer und Künstler aus unterschiedlichen Bereichen. Die Schüler werden in den Fächern Zeichnen, Farblehre, Produktgestaltung, Kulturgeschichte sowie Form und Gestalt unterrichtet.

„Gestaltung ist ein Prozess, der hier vermittelt wird. Die Dozenten legen in den einzelnen Fächern den Grundstein für diese Entwicklung. Danach wird interdisziplinär und auch in Projekten gearbeitet, sagt Barbara Eiffert, Leiterin der Werkakademie. Ein großes Projekt steht für die nächste Klasse an: „Für das Jahr 2012 ist eine Zusammenarbeit mit der Documenta geplant“, so die Diplom-Ökonomin.

Träger der Werkakademie ist die Handwerkskammer. In zwei Klassen können je maximal 24 Studierende aufgenommen werden. Das Studium kostet 1000 Euro pro Semester.

Nächster Beginn ist am 25. Oktober, in der Klasse sind noch Plätze frei. Wer sich vor Ort informieren möchte, kann nach Absprache am Unterricht teil nehmen. Eine weitere Möglichkeit bietet eine Informationsveranstaltung in der Werkakademie am 9. September, Beginn ist 17 Uhr. (Ilona Polk)

Information und Kontakt

Barbara Eiffert

Telefon: 05 61 / 9 59 63 33

E-Mail: werkakademie@ hwk-kassel.de

www.werkakademie.de

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