Werner Fissmann: „Zweitstärkster Handwerksberuf“

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Werner Fissmann, Obermeister der Innung Friseure Werra-Meißner

Werner Fissmann, Obermeister der Innung Friseure Werra-Meißner, stand im Interview Rede und Antwort.

Kämpfen Friseure auch mit dem Fachkräftemangel?

Werner Fissmann: Auch wir Friseure kämpfen mit Fachkräftemangel. Junge Friseure oder Friseurinnen, die ihre Prüfung gut abschließen, können meist in ihren Betrieben übernommen werden. Junge Menschen, die den Friseurberuf erlernen wollen, gibt es im Überfluss, aber deren Abschlusszeugnisse sind meist katastrophal. Durch die neue Ausbildungsordnung haben sie eine geringere Chance auf einen Abschluss. Trotzdem ist der Beruf mit 38600 Auszubildenden der zweitstärkste Handwerksberuf in Deutschland und der Anspruch hat sich dementsprechend hochgeschraubt.

Azubis der Berufsschule Witzenhausen - Friseure

Friseure an der Berufsschule Witzenhausen: "Ich mache eine Lehre zum Friseur, weil ich den Beruf von Kindesbeinen an bei meiner Oma miterlebt habe." Stephanie Werner, 21, Wendershausen, Friseuratelier Gebhardt © Geier
Friseure an der Berufsschule Witzenhausen: "Ich mache eine Lehre zum Friseur, weil mir der Beruf sehr viel Spaß macht." Annalena Hildebrand, 19, Ermschwerd, Simones Haarstudio © Geier
Friseure an der Berufsschule Witzenhausen: "Ich mache eine Lehre zum Friseur, weil dieses Handwerk unheimlich viel Spaß macht." Christin Fischer, 19, Wanfried, Gabis Friseurstübchen © Geier
Friseure an der Berufsschule Witzenhausen: "Ich mache eine Lehre zum Friseur, weil es eine abwechslungsreiche und kreative Arbeit ist." Ilisa Trebing, 18, Roßbach, Salon Apel © Geier
Friseure an der Berufsschule Witzenhausen: "Ich mache eine Lehre zum Friseur, weil ich schon immer Interesse an Frisuren hatte." Michelle Schmauch, 17, Eschwege, Friseursalon Haarmonie © Geier
Friseure an der Berufsschule Witzenhausen: "Ich mache eine Lehre zum Friseur, weil ich gern anderen dabei helfe damit diese sich verändern können." Sylvia Heim, 18, Bebendorf, Dreamstyle © Geier
Friseure an der Berufsschule Witzenhausen: "Ich mache eine Lehre zum Friseur, weil es ein kreativer Beruf ist." Vanessa Pforr, 18, Sontra, Salon Fissmann © Geier
Friseure an der Berufsschule Witzenhausen: "Ich mache eine Lehre zum Friseur, weil ich bei anderen Menschen gern die Vorteile betonen möchte." Kristina Legler, 20, Reichensachsen, Salon Fissmann © Geier
Monat des Handwerks: Friseure an der Berufsschule Witzenhausen. © Geier

Überall wird davon gesprochen, dass sich der Friseurberuf nicht mehr lohnt. In welcher Form wirkt sich das hier aus?

Werner Fissmann: Der Friseurberuf ist anspruchsvoller geworden. Die Betriebe haben aber keine Probleme, wenn sie regelmäßig fort- und weiterbilden. Solche Angestellte verdienen gutes Geld und sind sehr mit ihrem Beruf verbunden. Die anspruchsvollere Kundschaft erkennt das an und ist bereit für gewisses Können und Service ein paar Euros mehr zu zahlen. In einem Salon mit Stammkunden würde kein Friseur aus finanziellen Gründen in einen anderen Beruf wechseln. Ein verbindlicher Tarifvertrag in Hessen sorgt für eine dementsprechende Bezahlung. Leider gibt es aber immer wieder „Schwarze Schafe“, die unter Tarif bezahlen und manche deshalb sagen, dass man im Friseurberuf wenig verdient.

Haarfärbe- und Schneidesets führen dazu, dass immer weniger Menschen zum Friseur gehen. Wie gehen Sie damit um?

Werner Fissmann: Solch eine Kundschaft hatten wir schon immer, denn jeder Euro für den täglichen Bedarf ist zu viel. Es werden Schneidesets gekauft und man verpasst den Kindern Schnitte, mit denen sie sich am nächsten Tag kaum in die Schule trauen. Das kommt aber selten vor. Kunden die Wert auf einen guten Schnitt legen, gehen dafür regelmäßig zum Friseur. Eher junge Leute probieren auch mal eine Farbe aus der Drogerie, sind dann aber meist enttäuscht, weil der Farbeffekt den die Werbung verspricht ausbleibt. Es ist eher die Schwarzarbeit denen manche nachgehen tut dem Beruf weh, immer wird sie bis auf 130 Millionen geschätzt. (zge)

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