Wirtschaft im Höhenflug

Dieter Mertelmeyer

In 2010 hat die Wirtschaft im Landkreis Hersfeld-Rotenburg einen starken Aufschwung erlebt. „Wir erwarten ein Wachstum von drei bis vier Prozent“, berichtet Dieter Mertelmeyer, Leiter des Servicezentrums Hersfeld-Rotenburg der Industrie- und Handelskammer (IHK). Auch das Handwerk ist daran beteiligt.

Die endgültigen statistischen Daten liegen ihm zwar noch nicht vor, „aber dieser Trend hat sich über das Jahr hinweg abgezeichnet“, sagt der 58-Jährige. In den Industrieunternehmen und im Einzelhandel sei die Stimmung zum Jahresende sehr positiv. Aktuelle Rückmeldungen aus den Betrieben würden dies belegen.

„Das zyklische Hoch ist allerdings erreicht – das kommende Jahr wird nicht mehr so dynamisch verlaufen“, erwartet Mertelmeyer. Die IHK gehe davon aus, dass es 2011 eine Stabilisierung auf dem jetzt erreichten Niveau geben werde.

Überraschend positiv hat sich auch der Arbeitsmarkt – gemessen an den ursprünglichen Prognosen vom Jahresbeginn 2010 – entwickelt. Mit 4,7 Prozent ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis auf ein Rekordtief gesunken, auf den niedrigsten Stand in einem November seit 1981.

„Es ist allerdings gefährlich, nur kurzfristig zu denken – wir müssen uns mit dem demografischen Faktor noch intensiver beschäftigen“, mahnt Matthias Oppel, Leiter der Bad Hersfelder Agentur für Arbeit. Durch den Wegzug der Jüngeren sieht er mittel- und langfristig auf den Arbeitsmarkt im Landkreis ein Überalterungsproblem zukommen.

Der Grundstein, dem entgegenzuwirken, sei allerdings gelegt: „Wir verzeichnen im Landkreis erstmals wieder einen Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse“, sagt Oppel. Genaue Zahlen für das abgelaufene Jahr stünden zwar noch nicht fest, aber Oppel vermutet einen Anstieg von etwa 1,5 Prozent.

Eine positive Bilanz am Ende des Jahres zieht auch Dirk Bohn, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. „Die Krise haben die Handwerksbetriebe im Landkreis gut überstanden und in vielen Bereichen gibt es zurzeit volle Auftragsbücher“, berichtet er.

Ein weiteres Indiz für das gute Jahr im Handwerk sei der Anstieg der bei der Kreishandwerkerschaft verzeichneten Ausbildungsverhältnisse um etwa 15 Prozent. „Wir hoffen, dass das Auslaufen der Konjunkturprogramme und die Öffnung des Marktes für osteuropäische Arbeitnehmer im kommenden Mai den Konjunkturanstieg nicht bremst“, sagt Bohn.

Von Peter Gottbehüt

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