Die Wurst im Test

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Ahle Wurst, Bierschinken, Leberwurst und andere Sorten wurden getestet.

Wir sind Weltmeister. Zumindest wenn es um die Wurst geht. Rund 1500 verschiedene Sorten sind hierzulande in Hessen im Angebot. Damit liege Deutschland weltweit an der Spitze, stellt der Fleischerverband Hessen fest.

Zu dessen strengsten Prüfungen gehört die Freiwillige Selbstkontrolle für Fleischerzeugnisse. Sie findet in allen Regionen des Bundeslandes statt. Jetzt stellten sich 14 Mitgliedsbetriebe der Fleischer-Innungen Kassel und Hofgeismar-Wolfhagen mit 50 Produkten dem Qualitätstest. Fachrichtergruppen und Verbraucher gaben ihr Urteil über anonyme Proben ab.

Laien-Tester

 „Es ist das erste Mal, dass die Selbstkontrolle in Hofgeismar durchgeführt wird“, sagt Uwe Köhler, Obermeister der Innung Hofgeismar-Wolfhagen. Der Fleischermeister darf nicht testen – wegen möglicher Befangenheit.

Die sechs ehrenamtlichen, aus anderen Landkreisen angereisten Fachrichter stehen bereit, Wurstproben, Brötchen und Wasser sind auf den Tischen platziert, nur die eingeladenen Verbraucher glänzen bis auf einen durch Abwesenheit. Kurzerhand werden Laien-Tester aus Mitarbeitern der Sparkasse und deren Kunden rekrutiert, wo die Verkostung stattfindet.

Handwerkserfahrung

Mit den Fleischermeistern Erich Funk, Rudolf Münch und Werner Haas sitzen insgesamt 150 Jahre Handwerkserfahrung an einem Tisch. „Man muss vorsichtig sein in der Beurteilung“, sagt Haas. Schließlich sei es eine Frage des persönlichen Geschmacks und regionaler Spezialitäten.

Dennoch rümpfen die Richter bei Hausmacher-Blutwurst Nummer drei die Nase. „Da hat einer die Gewürze vergessen und im Aufschnitt zeigt sich ein schlechtes Bild – durchgefallen“, sagt Münch. Die Runde ruft zur Absicherung nach Oberprüfer Norbert Kramm. Der will nach einem Geruchstest noch nicht mal probieren. „Diese Sahneleberwurst ist himmlisch“, schwärmt man am Richtertisch.

Sauber im Geschmack

Wurst muss sauber im Geschmack sein und darf nichts Dominantes haben, erklären die Experten. Nicht zuletzt deshalb werde vor jeder neuen Probe das Schneidemesser abgewischt. Ursula Jähn, Hans-Herbert Wiemer, Alexandra Höppel und Volker Anders, die „Tester aus heiterem Himmel“ tauschen sich am Nebentisch über optische und geschmackliche Eindrücke aus.

„Der Bierschinken schmeckt, als ob Mehl darin wäre“, moniert Wiemer. Anders gibt ihm recht. Die Damen sind wie die Experten hingerissen von einer bestimmten Sorte Sahneleberwurst. Lecker fanden sie auch die Dürre Runde. „Das Cornedbeef schmeckte allerdings zu sehr nach Maggi“, stellt Höppel fest.

Während Fachleute und Laien in Hofgeismar Stückchen um Stückchen in den Mund schieben, werden Proben der gleichen Produkte in einem Labor in Bad Nauheim mikrobiologisch untersucht.

Die Ergebnisse erwartet Innungs-Obermeister Uwe Köhler in wenigen Tagen. Er wird sie auf der nächsten Innungs-Versammlung bekannt geben. Liegt das jeweilige Ergebnis über dem Durchschnitt und sind keine Beanstandungen vorhanden, erhält der Betrieb eine Urkunde „Qualitätsprodukt aus Hessen“. (Von Ingrid Vossen)

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