Vom Essen und Arbeiten

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Der Gast, der Wirt und die Zimmerer, ein stimmungsvoller Abend.

Zu seinem hessischen Büfett „servierte“ der Kronenwirt Reinhard Brill eine besondere Delikatesse: Ein Zimmerermeister, ein Wandergeselle und ein Geselle plauderten über die Zunft der Zimmerer, die Entstehung des Fachwerks und die Besonderheiten der Symbolik an Riegeln, Streben und Eckständern.

Fachwerkgästeführerin Hertha Darimond hatte eigens dafür ein Programm ausgearbeitet und ihre Kolleginnen Heide-Diana Massakas aus Büdingen und Diana Wetzestein aus Wanfried mitgebracht. Die drei Frauen in Zimmermannskluft, mit Stenz, Charlottenburger und dem bekannten Hut mit breiter Krempe, standen perfekt ihren Mann und präsentierten in drei Teilen, was das älteste Handwerk der Menschheit ausmacht. Von Noah im Alten Testament über die Gründung der Zünfte im 13. Jahrhundert bis zu Zimmereibetrieben, wie dem Traditionsunternehmen Christian Holzapfel in Eschwege, alle Zeiten wurden angerissen.

Das Wissen eigneten sich die drei „Fachwerkdamen“ in Seminaren in der Propstei Johannesberg in Fulda an. Dort wurden sie bei Prof. Manfred Gerner geschult, mit einem Diplom ausgezeichnet und wollen mit ihrem Programm auch zur Erhaltung eines Kulturgutes beitragen. „Die Fachwerkfassaden sind das soziale Gedächtnis einer Stadt“, sagte Diana Wetzestein, die beim Zunftabend die „zu Fleisch gewordene Geschichte ihrer Familie“, der Zimmerei Wetzestein, darstellte.

Die Büdinger Stadtführerin Massakas machte auf die heidnischen Zeichen im Fachwerk aufmerksam, wie die Raute als Zeichen der Vermehrung, das Herz als Zeichen der Liebesgöttin Freya. „Hinter dem Gasthaus Zur Krone verbirgt sich die Dornenkrone Jesu Christi“, sagte Hertha Darimond noch und dass es in Eschwege besondere Symbole zu entdecken gäbe.

Neben dem theoretischen Wissen ließen die drei Fachwerkspezialistinnen aber auch raus, was „Frau in Kluft“ alles leisten kann. Das Legen eines rechten Winkels mit einer Zwölfknotenschur und eines Rähms, das Richtfest mit Richtspruch und dem Zimmermannsklatsch, all das wurde am Abend dem begeisterten Publikum in der Krone präsentiert. Dieses bekam neben gutem Essen und Fachwerkkultur einen Nagelwettbewerb und ein Wissensquiz geboten. Den ersten drei Gewinnern wurde je ein Verzehrgutschein vom Kronenwirt überreicht.

(von Diana Wetzestein)

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