Aufsichtsrat will Andrew Jennings berufen

Harter Sanierer soll an Karstadt-Spitze

Essen. Andrew Jennings wird es nicht leicht haben. Im nächsten Jahr soll der 62-jährige Brite neuer Karstadt-Chef werden und die Kaufhauskette mit 120 großen Verkaufseinrichtungen und gut 25 000 Beschäftigten nach der Pleite und der Übernahme durch US-Investor Nicolas Berggruen zu neuer Blüte führen. Aber schwierige Aufgaben ist der Manager, der eigentlich schon in den Ruhestand gewechselt war, gewohnt.

Zuletzt restrukturierte er die Kaufhauskette Woolworths in Südafrika mit 400 Filialen und zwei Milliarden Euro Jahresumsatz, was ihm den Ruf des harten Sanierers einbrachte. Zuvor hatte er die Edelkaufhäuser Harrods in London und Saks Fifth Avenue in New York auf Rendite getrimmt. Der reaktivierte Pensionär gilt allerdings als nicht einfach. „Er ist der schwierigste Mann, mit dem ich je gearbeitet habe“, zitiert das „Manager Magazin“ den Woolworths-Vizevorsitzenden Simon Susman.

In Deutschland ist der Handelsexperte gänzlich unbekannt. Selbst Branchenkreise zeigten sich überrascht, dass Jennings an die Karstadt-Spitze soll. Nicht wenige halten es für einen Nachteil, dass der Brite weder deutsch spricht noch den hart umkämpften Einzelhandelsmarkt hierzulande kennt. Andere sagen, dass Karstadt und der Branche insgesamt frischer Wind gut tue.

Wie es heißt, will der Aufsichtsrat des Handelskonzerns den neuen „Mister Karstadt“ am 16. Dezember küren. Jennings löst dann Interimschef Thomas Fox ab, den noch Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg engagiert hatte. Karstadt setzte im Geschäftsjahr 2009/10 (30. September) nach Branchenschätzungen gut drei Mrd. Euro um und verdiente 93 Millionen Euro.

Von José Pinto

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