Harter Job für weiche Muskeln

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Masseure sind gefragt: László Czifra, Masseur und Chef der Massage-Praxis Goldfinger, massiert eine Frau mit einer Lomi-Lomi-Massagetechnik und streicht mit seinen Unterarmen über ihren Rücken.

László Czifra hat in seinem Leben schon fast jeden Job gemacht: Der gebürtige Ungar war Kellner, Koch und Bauarbeiter. Doch vor 25 Jahren entschied er sich für eine Umschulung zum Masseur. Seitdem ist er im richtigen Beruf angekommen.

 „Der Job ist zwar anstrengend, aber mich motiviert es, wenn ich Menschen helfen kann“, erzählt der 54-Jährige László Czifra.

„Die Berufschancen für Masseure sind gut“, sagt Michael Stehr, Geschäftsführer des VDB-Physiotherapieverbandes. Das liege vor allem an dem breiten Einsatzspektrum. Die Fachkräfte sind nicht nur in Kliniken und Praxen gefragt, sondern auch in Hotels oder Wellness-Oasen im Einsatz. Außerdem arbeiten sie im Profi-Sport.

Einfühlungsvermögen

Wer Masseur werden möchte, braucht viel Einfühlungsvermögen, erläutert Stehr. In kurzer Zeit müssen die Fachkräfte auf neue Patienten und ihre Beschwerden eingehen. Um im Arbeitsalltag zu bestehen, ist körperliche Fitness wichtig. „Die Schultern, Arme und Hände leisten richtig harte Arbeit“, erklärt Stehr. Schließlich sollten Masseure keine Berührungsängste haben. „Wenn man an einem Schweißfuß eine Fußreflexzonen-Massage macht, ist das sicher nicht immer angenehm“, erzählt Jens Aßmann, Leiter der Akademie der Gesundheit in Berlin und Brandenburg.

Die Ausbildung zum „Masseur und medizinischen Bademeister“ dauert zweieinhalb Jahre. Bewerber brauchen mindestens einen Hauptschulabschluss. Im theoretischen Unterricht lernen angehende Masseure zunächst die medizinischen Grundlagen wie Anatomie, physiologische Prozesse und Krankheitslehre.

Entscheidend sei aber der Praxisteil, in dem die Schüler verschiedene Massagetechniken erlernen, erklärt Aßmann. Dabei schließen sie sich immer in Tandems zusammen und probieren die Techniken aneinander aus. „Das hat den Vorteil, dass man weiß, wie sich eine Streichung für den Patienten anfühlt.“

Die Massage-Techniken seien so unterschiedlich wie die Behandlungen, die den Patienten vom Arzt verordnet werden. Eine Berufszulassung dürften die angehenden Masseure erst tragen, wenn sie nach dem zweijährigen Lehrgang ein halbjähriges Anerkennungspraktikum absolviert haben, sagt Aßmann.

Ausbildung kostet

Laut Aßmann wird der Markt jedoch derzeit von Masseuren „nicht gerade überflutet“. Das liege unter anderem daran, dass die Ausbildung zum Masseur meist kostspielig ist. Masseure lernen ihr Handwerk an Schulen – die meisten Einrichtungen sind jedoch in privater Hand und verlangen Gebühren. An der Akademie der Gesundheit in Berlin und Brandenburg sind es pro Monat rund 290 Euro im Monat. Nur die wenigen staatlichen Einrichtungen sind oft schulgeldfrei.

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Wer sich nach der Ausbildung dafür entscheidet, in Kliniken oder Praxen zu arbeiten, kann laut Stehr nicht mit hohen Einkünften rechnen: „Das liegt daran, dass die Honorare der Krankenkassen für die einzelnen Leistungen so niedrig sind.“ Besser verdiene man auf dem freien Markt - also im Bereich Gesundheitsförderung und Wellness. (tmn)

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