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Jobcenter lehnt Hartz-4-Antrag von zweifacher Mutter ab – sie sehe „nicht hungrig“ aus

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Von: Patricia Huber

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Einer Mutter wurde der Antrag auf Hartz IV nicht bewilligt. Die Begründung: Sie sehe „nicht hungrig“ aus. Das Vorgehen der Jobcenter-Mitarbeiter sorgt für Entsetzen.

Berlin – Der Bezug von Sozialleistungen ist in Deutschland mit viel Bürokratie verbunden. Es gibt zahlreiche Regeln, Vorschriften und Dokumente, die Betroffene beispielsweise beim Antrag von Hartz IV beachten müssen. Wer Anspruch hat, ist klar geregelt – doch am Ende sind die Antragsteller auch immer von ihren zuständigen Jobcenter-Betreuern abhängig. Das musste auch eine Mutter erleben, wie merkur.de berichtet.

Hartz IV: Mutter erhält drei Monate lang kein Geld

Helena Steinhaus vom Verein Sanktionsfrei e.V. teilt auf Twitter den Fall der alleinerziehenden Zweifach-Mutter. Dort schreibt sie: „Mutter mit zwei Kindern wurde das Hartz IV eingestellt, da der Kindsvater zu Unterhaltsnachzahlungen verpflichtet wurde.“ Doch auf diese Zahlungen wartet die Betroffene seither vergeblich. Heißt also: Sie hat ohne Hartz IV und die Hilfe vom Jobcenter nicht genug Geld zur Verfügung, um über die Runden zu kommen.

Schließlich blieb ihr nichts anderes übrig, als erneut Hartz IV zu beantragen. Doch die Reaktion beim zuständigen Amt sorgt auf Twitter für Empörung. Dort habe man sie abgewiesen mit den Worten sie sähe „nicht hungrig“ aus, berichtet Steinhaus auf Twitter.

Kritik an Hartz-IV-Sachbearbeitern: „Skandalös und zutiefst menschenverachtend“

In den Kommentaren zu Steinhaus‘ Post zeigen sich die User entsetzt über die Aussage der Jobcenter-Mitarbeiter. „Es ist zum Kotzen, was sich diese Ämter immer rausnehmen“, schreibt eine Userin. Andere machen deutlich, dass es sich bei solchen Vorkommnissen nicht um Einzelfälle handelt. Es geschehe häufiger, dass Behördenmitarbeiter solche Aussagen tätigen.

Bundesagentur für Arbeit, Jobcenter
Der Weg zum Jobcenter ist für viele Hartz-IV-Empfänger nicht leicht. Immer häufiger wird von Problemen mit den Sachbearbeitern berichtet. (Symbolfoto) © IMAGO/Rolf Poss

„Ich habe schon so viele unangemessene und grenzüberschreitende Aussagen von Behördenmitarbeitern vernommen, dass die Beschreibung skandalös und zutiefst menschenverachtend noch zu harmlos erscheint“, kommentiert eine Twitter-Nutzerin.

Ein anderer merkt an, dass sich die Betroffene doch einen Unterhaltsvorschuss beim Jugendamt holen könne. Das Problem dabei: Der Antrag ist langwierig und der Vorschuss oft gering. Um der im Fall beschriebenen Mutter zu helfen, ist jetzt Steinhaus‘ Verein eingesprungen. Zudem kümmert sich deren Anwalt um den Fall. (ph)

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