Klage beim Landgericht München

Hat die Allianz Mitarbeiter um ihre Rente betrogen? 

Eine Allianz-Vertreterin stellt wiederholt Unregelmäßigkeiten bei der Berechnung ihrer Rente fest. Nun klagt sie - handelt es sich um einen Systemfehler?

München - Hat die Allianz viele ihrer mehr als 8000 Versicherungsvertreter seit Jahren um Teile ihrer Rentenansprüche gebracht? Diesen Verdacht hat eine Allianz-Vertreterin, deren Ansprüche wiederholt falsch berechnet wurden. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Freitag berichtete, hat sie nun beim Landgericht München Klage eingereicht. Demnach sollen mehr als 1000 ihrer Verträge im Lebensversicherungs- und im Sachbereich falsch oder gar nicht verbucht und so auch nicht korrekt für die Altersversorgung herangezogen worden sein.

Ein Systemfehler?

Die Klägerin geht von einem Systemfehler aus, der auch viele ihrer Kollegen betreffe. Sollte sie mit ihrer Klage Erfolg haben, könnte eine Klagewelle der Allianz-Vertreter gegen die Versicherung folgen. Die „SZ“ geht mit Bezug auf mit dem Fall vertraute Kreise von Nachforderungen in dreistelliger Millionenhöhe aus.

Allianz spricht von Einzelfall

Die Allianz spricht allerdings von einem Einzelfall, bei dem Fehler gemacht und korrigiert worden seien. „Wir haben auch geprüft, ob es allgemeine Fehler gab, also solche im System. Dafür gab es keine Anhaltspunkte“, teilte die Versicherung mit. Spekulationen über die Höhe der Nachforderungen hätten daher „keine Substanz“.

Wiederholt Unregelmäßigkeiten bei der Rentenberechnung

Die Klägerin stellte laut „SZ“ 2008 erstmals Unregelmäßigkeiten bei der Berechnung ihrer Rente fest. Erst nachdem die Frau wiederholt auf Fehler hingewiesen hatte, habe die Allianz ihre Ansprüche nachträglich korrigiert. Dadurch habe sich der Rentenanspruch um mehrere hundert Euro monatlich erhöht. Wenige Monate später seien aber wieder neue Fehler aufgefallen.

Erst kürzlich stieg die Allianz mit einem Milliarden-Deal beim britischen Versicherer Liverpool Victoria ein

dpa

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