Erster Schritt aus der Krise

Der BER feiert Mini-Eröffnung

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Flughafenchef Hartmut Mehdorn bei der Einweihung des Cargo-Centers am BER

Schönefeld - Im Herbst soll endlich klar sein, wann der Hauptstadtflughafen in Betrieb geht. Ein kleiner Teil öffnet nun schon. Flughafenchef Mehdorn feiert einen „Meilenstein“ - und verspricht mehr.

Mit der Inbetriebnahme des Frachtzentrums hat der krisengeschüttelte künftige Hauptstadtflughafen einen ersten Schritt zur Teileröffnung gemacht. „Das ist ein elementarer Baustein für die Gesamtinbetriebnahme“, sagte Flughafenchef Hartmut Mehdorn am Mittwoch zur Eröffnung. Jetzt sollten Schritt für Schritt alle fertigen Teile des Flughafens - Parkhäuser, Mietwagenstation oder Bahnhof - in Betrieb genommen werden. Rund um den Jahreswechsel könne wahrscheinlich auch der Testbetrieb für kleinere Fluggesellschaften am Nordpier beginnen, kündigte Mehdorn an.

Diese Entscheidung werde die Geschäftsführung im August treffen und mit dem Aufsichtsrat abstimmen. Durch die Teileröffnung solle der Tag des großen Umzugs entzerrt werden. Auch für das aktuelle Jahr habe er „noch ein paar Sachen im Köcher“, sagte Mehdorn. Nichts davon sei aber so groß wie die Eröffnung des Frachtzentrums.

Hier sollen künftig auf einer Hallenfläche von 12.000 Quadratmetern jährlich rund 100.000 Tonnen Fracht umgeschlagen werden, die den Passagiermaschinen beigeladen werden. 90 Prozent der Büros sowie die gesamte Lagerfläche sind bereits vermietet. Vom alten Schönefelder Flughafen zieht unter anderem die Pflanzengesundheitskontrolle um. Im September soll laut Mehdorn auch der Zoll seine Räume am Frachtzentrum beziehen. Dann könne auch internationale Luftfracht abgewickelt werden.

Bisher spielt Fracht im Berliner Luftverkehr allerdings nur eine relativ kleine Rolle. Im vergangenen Jahr wurden 32.000 Tonnen abgefertigt - in München war es neunmal so viel. Doch die Luftfracht wachse kontinuierlich, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). In Tegel stoße die Frachtinfrastruktur bereits an ihre Grenzen.

"Wir sind im Zeitplan" - Zitate zum BER-Debakel

„Der Inbetriebnahmetermin 3. Juni 2012 ist unwiderruflich.“ (Der frühere Technik-Geschäftsführer Manfred Körtgen im November 2011) © dpa
„Der Eröffnungstermin 27.10.2013 steht, er ist aber kein Selbstläufer.“ (Körtgens Nachfolger Horst Amann im November 2012) © dpa
„Diesen Dilettanten darf man nicht die Führung der Stadt überlassen.“ (Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit im Mai 2011 an die Grünen gerichtet, weil die das Projekt Flughafen abspecken wollten) © dapd
„Sicherheit hat Vorrang!“ Der Flughafen werde „trotz der Verschiebung nach wie vor eine Erfolgsgeschichte sein“. (Wowereit im Mai 2012 zur Absage der für den 3. Juni geplanten Eröffnung wegen Problemen an der Brandschutzanlage) © dapd
„Bei einer derartigen Komplexität des Bauvorhabens ist es immer riskant, einen Termin zu setzen. Aber man kann nicht einfach den Baufortschritt abwarten, bevor man Termine nennt (...) Ich sehe nicht, welchen konkreten Vorwurf man dem Aufsichtsrat machen müsste.“ (Wowereit in einem Interview mit der „Berliner Zeitung“ im Juni 2012) © dpa
„Wir sind im Zeitplan.“ (Wowereit im November 2012 nach einer Sitzung des Aufsichtsrats) © dpa
„Verantwortung wahrzunehmen bedeutet, die Dinge anzupacken. Das gilt besonders für den Flughafen. Deshalb bündeln wir alle Kräfte, um den Eröffnungstermin im Oktober 2013 einzuhalten.“ (Wowereit in seiner Neujahrsansprache im Januar 2013) © dpa
Der für Oktober 2013 geplante Eröffnungstermin werde gehalten. „Eine nochmalige Verschiebung können wir uns auch für das Image des Landes nicht leisten.“ (Brandenburgs früherer Ministerpräsident Matthias Platzeck auf einem SPD-Parteitag im September 2012) © dpa
„Einem Aufsichtsrat, der mehrfach mündlich und schriftlich nachfragt und darauf eindeutige Antworten bekommt, kann man keine Vorwürfe machen.“ (der frühere Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer am 28. Mai 2012 in der „Bild am Sonntag“, nachdem der Eröffnungstermin am 3. Juni 2012 geplatzt war) © dpa

Brandenburgs Ministerpräsident und Flughafen-Aufsichtsratschef Matthias Platzeck (SPD) versprach erneut, der Aufsichtsrat werde sich im Oktober über einen definitiven Eröffnungstermin für den Flughafen verständigen. „Jetzt kommt ein anderer Geist rein“, sagte Platzeck. Bisher habe das im Fokus gestanden, was nicht funktioniere, jetzt das was funktioniere.

dpa

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