Hauptstadtflughafen soll im März 2013 öffnen

Schönefeld - Nach der geplatzten Eröffnung im Juni soll der neue Hauptstadtflughafen nun am 17. März 2013 in Betrieb gehen. Der Chefplaner wurde entlassen.

Die zuständige Behörde werde die zuletzt angestrebte teilautomatische Lösung nicht genehmigen, was zusätzliche Arbeiten erforderlich mache. Zudem eigne sich ein Termin im Winter wegen Wetterrisiken nicht für die Inbetriebnahme. „Wir werden alles tun, um den Flughafen zum Erfolg zu führen“, versicherte Wowereit.

Die geplatzte Eröffnung des drittgrößten deutschen Flughafens kostet den Geschäftsführer Manfred Körtgen zum 1. Juni seinen Posten, wie der Aufsichtsrat in einer Marathon-Sitzung von Mittwochvormittag bis in die Nacht zum Donnerstag beschloss. Der 59-jährige Körtgen war als Technik-Geschäftsführer Chefplaner des Flughafens. Rainer Schwarz als Sprecher der Geschäftsführung bleibt augenscheinlich im Amt.

Die zehn gefährlichsten Flughäfen der Welt

Washington-Touristen kennen den nervigen Fluglärm über der US-Hauptstadt: Der Reagan National Airport befindet sich mitten in der Stadt zwischen zwei Flugverbotszonen. Piloten müssen beim Landen Gebäude wie das Pentagon und das CIA-Hauptquartier meiden und während des Starts schnell an Höhe gewinnen, um nicht ins Weiße Haus zu fliegen. © AP
Flughafen gefährlich
Der Anflug auf den Flughafen Santa Catarina ist eine Belastungsprobe für Flugpersonal und Passagiere. Piloten müssen für den Anflug speziell ausgebildet werden: Die Landebahn ist nicht nur extrem kurz, sondern verläuft auch noch direkt an einem Steilküstenabhang. Die Piloten müssen lange auf die Berge zufliegen und erst im letzten Augenblick das Steuer rechts herumreißen, um auf dem Rollfeld zu landen. © dpa
Die Rollbahn des Toncontin-Flughafens in Tegucigalpa (Honduras) ist mit 1863 Metern die weltweit kürzeste eines internationalen Airports. Größere Flugzeuge können hier nicht landen. Vor der Landung muss der Pilot bergiges Gelände überfliegen, primitive Navigationsausrüstung machen den Flughafen zusätzlich gefährlich. Bei schlechter Witterung müssen die Flugzeuge oft nach San Salvador ausweichen. © dpa
Insel Barra
Auf der westschottischen Insel Barra muss ein Sandstrand als Flugfeld herhalten. Die Größe des "Rollfelds" hängt ganz von den Gezeiten ab. Simple Autoscheinwerfer auf dem Parkplatz weisen Piloten nachts den Weg über die flache Bucht. © dpa
La Guardia und Newark
Viel beflogen, aber ziemlich gefährlich: der John F. Kennedy Airport in New York. Die Herausforderung für die Piloten besteht im Vermeiden von Flugzeugen anderer Flughäfen in der Nähe - La Guardia und Newark. Die Crew ist gezwungen, etwa 460 Meter Abstand und eine Sicht von knapp 8000 Metern zu haben, bevor sie die Landebahn anfliegen dürfen. © dpa
Am 9. November 2007 kam ein Flugzeug der Airline Iberia von der Landebahn in Quito, Ecuador, ab (Foto). Piloten fürchten die abschüssige Landebahn der ecuadorianischen Hauptstadt seit langem. Der Flughafen liegt nur wenige Minuten vom Finanzzentrum entfernt und ist umringt von einer Wohnsiedlung. Das Problem wurde jedoch erkannt. Ein neuer Flughafen einige Kilometer entfernt gebaut. © dpa
Am 19. Februar 2013 schließt der berüchtigte Flughafen in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito für immer. © AP
Der Flugplatz von Lukla in Nepal ist nur 527 Meter lang und 20 Meter breit. Die Landebahn neigt sich um 12 Grad, der Höhenunterschied zwischen beiden Endpunkten beträgt 60 Meter. Die Piloten haben nur einen Versuch, Durchstarten ist wegen der Hochgebirgslage unmöglich. Eine lebensgefährliche Angelegenheit: Auch eine Reisegruppe aus München stürzte hier 2008 in den Tod. © dpa
Die Startbahn der 13-Quadratkilometer-Insel Saba auf den Niederländischen Antillen ist gerade mal 400 Meter lang und säumt eine Steilküste. Der Flughafen der Karibikinsel ist außerdem sehr anfällig für Sturmböen. © dpa
Unglaublich: Eigentlich ist der Flughafen von St. Maarten, Karibik, nur für kleine und mittlere Jets geeignet. Piloten größerer Flieger müssen die Landebahn (2180 Meter lang) daher sehr tief über dem traumhaften Sandstrand von Maho Beach und seinen Urlaubern anfliegen und berühren dabei fast den zehn Meter hohen Sicherheitszaun. © dpa
Höchste Präzision erfordert der Landeanflug auf den Flughafen von Gibraltar, Südspanien. Der kleine Airport liegt zwischen der Bucht von Algeciras und dem Mittelmeer. Das Rollfeld ist knapp 1830 Meter lang. Wie auf den anderen kleineren Flughäfen brauchen Piloten hier eine Spezialausbildung. © dpa

Beendet wird auch die Zusammenarbeit mit dem Generalplanungskonsortium PGBBI, zu der auch das renommierte Büro des Flughafen-Architekten Meinhard von Gerkan gehört.

Reaktion von Air Berlin: „unakzeptabel“

Mit scharfer Kritik hat der Air-Berlin-Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn auf die Ankündigung reagiert, den neuen Hauptstadtflughafen erst im März 2013 zu eröffnen. „Dies ist völlig unakzeptabel und fügt Berlin als Flughafen-Drehkreuz einen kaum mehr reparablen und deshalb unerträglichen Image-Schaden zu“, sagte er am Donnerstag. Eine Verschiebung auf Oktober hätte die Airline noch hingenommen. Mit der vom Flughafen-Aufsichtsrat verkündeten Entscheidung für 2013 sei das Flugprogramm mit den geplanten Langstreckenzielen, die auch über den Winter angesteuert werden sollen, aber kaum zu realisieren.

„Die Verschiebung der Eröffnung um mehrere Monate ist mit reinen Brandschutzmaßnahmen nicht mehr erklärbar“, kritisierte der Chef der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft. Air Berlin erleide dadurch nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern auch einen Imageschaden, der finanziell kaum zu beziffern sei.

dapd/dpa

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