Der Hersteller von Wechselrichtern wird besser verdienen als er selbst erwartet hat

SMA hebt Prognosen an

Ein Mitarbeiter des Solartechnikherstellers SMA überwacht in der neuen Produktionshalle in Kassel den Spannungstest an Wechelrichtern. Im ersten Halbjahr 2010 setzte das Unternehmen mehr als 800 Millionen Euro um. Foto: dpa

Niestetal. Der Solartechnik-Hersteller SMA Solar Technology AG setzt sein Wachstum mit gewaltigen Sprüngen fort. Nach vorläufigen Zahlen vom Dienstag setzte das Unternehmen aus Niestetal bei Kassel im ersten Halbjahr 2010 über 800 Millionen Euro um. Das ist mehr als das Dreifache der Summe, die das Unternehmen in den ersten sechs Monaten des holprig angelaufenen Vorjahres ausgewiesen hatte.

SMA hob nach diesen Ergebnissen die Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr deutlich an. Die Börse reagierte prompt: Die im TecDax notierte Aktie schoss zeitweise um mehr als 20 Prozent in die Höhe und beendete den Handel mit 98 Euro. Damit war sie 16,1 Prozent teurer als am Vortag.

Im Gesamtjahr 2010 rechnet SMA jetzt mit einem Umsatz von 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro. Zuvor hatten die Niestetaler 1,1 bis 1,3 Mrd. Euro vorhergesagt. Auch die ohnehin komfortable Gewinnsituation wird sich nach Ankündigung des Vorstands weiter verbessern. So soll das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nun bei 24 bis 27 Prozent des Umsatzes liegen. Das entspräche mindestens 360 und im besten Fall 484 Mio. Euro. Ursprünglich hatten die Niestetaler mit einer Gewinnspanne von 20 bis 23 Prozent gerechnet. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2009 hatten die Solarspezialisten bei einem Rekordumsatz von 934 Mio. Euro vor Zinsen und Steuern gut 228 Mio. Euro verdient. Unterm Strich war ein Überschuss von 161,1 Mio. Euro geblieben. Das Unternehmen beschäftigt aktuell über 5000 Mitarbeiter, etwa ein Drittel von ihnen sind Leiharbeiter.

Grund für die glänzenden Ergebnisse ist ein Absatzboom. SMA verkaufte von Januar bis Ende Juni Wechselrichter mit einer Gesamtleistung von 3,1 Gigawatt. Diese Geräte wandeln den Gleichstrom aus der Solaranlage in netztauglichen Wechselstrom um und sind so das Herzstück jeder Fotovoltaik-Anlage. Die Nachfrage wachse weltweit stärker als erwartet, erklärte SMA. In Deutschland hatte ein Ansturm eingesetzt, weil sich viele Bauherren noch vor der Kürzung der Einspeisevergütung zum 1. Juli eine Solaranlage aufs Dach setzen wollten.

Die Folge: SMA hat Lieferengpässe, weil die für die Wechselrichter benötigten Halbleiter fehlen. Die Materialversorgung und damit auch die Lieferzeiten für SMA-Wechselrichter sollen sich im zweiten Halbjahr schrittweise verbessern. Für 2011 rechnet der Vorstand mit einem Marktrückgang in Deutschland, dem ein stärkeres Wachstum im Ausland gegenübersteht.

Von Barbara Will

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