Landesbank reagiert auf neue Regeln

Helaba will weniger Gewinn ausschütten

Die Diskussion um eine Zusammenlegung von Landesbanken ist wieder aufgeflammt. Mit wem würde die Helaba denn gern fusionieren?

Hans-Dieter Brenner: Wir haben zwei Optionen: Entweder wir setzen unseren bisherigen erfolgreichen Weg weiter allein fort. Oder wir öffnen uns für eine Fusion. Wenn es mit unserer aktiven Beteiligung zu einer Neuordnung kommen sollte, dann nur unter Vorzeichen, die auch das Geschäftsmodell er Helaba auszeichnen: Eine starke Verankerung in der Sparkassenorganisation und ein angemessenes Risikoprofil.

Nach den neuen Regeln für die Kapitalausstattung von Banken wird auch die Helaba das Eigenkapital stärken müssen. Woher soll das Geld kommen?

Brenner: Wir haben eine Kernkapitalquote von neun Prozent. Das ist sicherlich auch für die Zukunft eine angemessene Quote. Wir sind mit unseren Trägern in der Diskussion, wie wir die Weichen stellen. Wir werden unser Wachstum an das Eigenkapital anpassen. Wir überlegen, uns von Aktiväten zu trennen. Dazu werden alle strategischen Beteiligungen überprüft. Der Eigenhandel kann ebenfalls weiter zurückgefahren werden. Wir werden uns noch stärker an den Kundenbedürfnissen ausrichten und uns auf das risikoarme Verbundgeschäft mit den Sparkassen konzentrieren. Und wir werden vermehrt Gewinne einbehalten, um das Eigenkapital zu stärken.

Bedeutet das geringere Ausschüttungen an ihre Eigentümer, die Sparkassen und die Länder Hessen und Thüringen?

Brenner: Wir haben über die letzten Jahre immer das Nachrangkapital, die stillen Reserven und das Eigenkapital unserer Eigentümer verzinst. Aber die Möglichkeiten der Ausschüttung sind natürlich begrenzt.

Als Lehre aus der Finanz- und Wirtschaftskrise soll der Stabilitätspakt verschärft werden. Reichen die Pläne aus?

Hans-Dieter Brenner: Die Richtung stimmt, aber jetzt geht es um die konkrete Ausgestaltung. Wir brauchen ganz klare Botschaften, wie sich die Verschuldung der Mitgliedstaaten in den Griff bekommen lässt. Und Fehlentwicklungen müssen sanktioniert werden.

Auch dem Finanzmarkt wurden strengere Regeln verordnet. Wie wirkungsvoll sind sie?

Brenner: Es gibt eine Vielzahl von Maßnahmen, etwa eine bessere Eigenkapitalquote für Banken und höhere Anforderungen an die Liquidität sowie die Einschränkung von Spekulationen. Wir sollten aber darauf achten, dass es nicht zu viele nationale Alleingänge gibt. Vorschriften wie die Eigenkapitalausstattungsregeln nach Basel III müssen in allen Mitgliedsstaaten gelten.

Von Barbara Will

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