IW Herbstumfrage

Viele Firmen wollen 2013 Stellen abbauen

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Deutsche Unternehmen sehen eher pessimistisch in die Zukunft.

Berlin - Das deutsche Beschäftigungswunder stößt an Grenzen. Die Unternehmen wollen 2013 weniger investieren und Arbeitsplätze streichen als schaffen. Auch die Bundesbank macht kaum Mut.

Der Konjunkturabschwung bei den EU-Nachbarn könnte bald auch den deutschen Arbeitsmarkt treffen. 28 Prozent der deutschen Unternehmen planen nach einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im kommenden Jahr einen Stellenabbau. Lediglich 20 Prozent wollten neue Arbeitsplätze schaffen. Auch nach Ansicht der Bundesbank ist der Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt zum Stillstand gekommen. Sie sieht wie das IW eine „tiefsitzende Verunsicherung“ in den Chefetagen der Unternehmen, die die Wirtschaftsentwicklung bremsen dürfte.

IW-Direktor Michael Hüther sagte am Montag in Berlin, die deutsche Wirtschaft bewege sich „am Rand der Stagnation“, drohe aber nicht in eine Rezession abzurutschen. „Die insgesamt negativen Beschäftigungsaussichten in Deutschland zeigen sich in allen Wirtschaftsbereichen“, stellte er fest. Geringere Chancen für den Export in die EU führten vor allem in der Industrie zu vorsichtiger Planung. In diesem Sektor erwarteten gut 30 Prozent der Unternehmen im Jahr 2013 weniger Arbeitsplätze. Besser sehe es bei den Dienstleistern aus. Dort wollten zwar 27 Prozent Stellen abbauen, aber immerhin 23 Prozent mehr Mitarbeiter beschäftigen, sagte Hüther.

Erstmals seit dem Frühjahr 2009 erwarten laut Umfrage mehr Firmen für das kommende Jahr einen Rückgang der Produktion als einen Anstieg. 24 Prozent rechnen mit einem Plus, 28 Prozent mit einem Minus und 48 Prozent mit gleichbleibenden Werten. Das IW geht für 2013 von 0,75 Prozent Wirtschaftswachstum in Deutschland aus. Die Umfrageergebnisse zeigten eine „sehr große Verunsicherung“, sagte Hüther.

Die Bundesbank kommt zum gleichen Ergebnis. „Die Zuversicht, dass sich die Konjunktur kurzfristig beleben könnte, geht in immer mehr Bereichen der Wirtschaft verloren“, schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht. Bisher habe vor allem die exportorientierte Industrie unter dem langsameren globalen Wachstumstempo und den Krisen in Teilen des Euroraums gelitten. „Inzwischen ist aber unverkennbar, dass die Wirtschaft davon in der Breite in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.“

Derzeit trotzten nur der Wohnungsbau und der private Konsum den spürbar dämpfenden Einflüssen, bemerkte die Bundesbank. Hingegen habe die Konjunktur bei den Investitionen bereits vor einem Jahr jeden Schwung verloren. Nach den Industrieunternehmen hätten zuletzt auch die vor allem aufs Inland ausgerichteten Dienstleister ihre Geschäftserwartungen beträchtlich heruntergestuft.

Auch eine Umfrage unter rund 400 Familienunternehmen stützt den Befund. Mit fast 48 Prozent erwartet der Großteil von ihnen nur noch eine befriedigende Wirtschaftslage, 8 Prozent stufen die Aussichten als schlecht oder sehr schlecht ein. 44 Prozent der großen familiengeführten Betriebe beurteilten die Wirtschaftslage in den nächsten zwölf Monaten als gut oder sehr gut, berichteten die Deutsche Bank, der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und das Institut für Mittelstandsforschung Bonn.

Nachdem das Wachstumstempo zuletzt stetig nachgelassen hatte, erwarten derzeit zwar viele Ökonomen, dass die deutsche Wirtschaft im Schlussquartal 2012 stagnieren oder sogar schrumpfen könnte. Schon Anfang 2013 wird es demnach aber wieder aufwärtsgehen.

Im dritten Quartal 2012 war das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) preis-, saison- und kalenderbereinigt nur noch um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Im ersten Vierteljahr war die Wirtschaftsleistung noch um 0,5 Prozent gewachsen, im zweiten Quartal um 0,3 Prozent.

dpa

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