Ein „Beipackzettel“ der Banken soll Kunden Finanzanlagen besser erklären

Hilfe beim Jonglieren

Kunststück Geldanlage:Wer nicht danebengreifen will, muss sich schlau machen. Fotomontage: HNA

Mit einem Produktinformationsblatt wollen die Banken ihren Kunden Geldanlage-Konstrukte verständlicher machen. Verbraucherschützer sehen den Beipackzettel, der gestern vorgestellt wurde, jedoch skeptisch.

? Was soll das Produktinformationsblatt erreichen?

!Das Informationsblatt ist ein standardisiertes Papier. Erklärt werden etwa Funktionsweise der Geldanlage, Risiko und Kosten, Besteuerung und Markterwartung. Außerdem werden Beispiel-Szenarien vorgerechnet. Durch die standardisierte Form soll ein Vergleich zwischen den Produkten einfacher werden.

? Wer hat den „Beipackzettel“ entworfen?

!Vorgestellt wurde er vom Bundesverband Deutscher Banken. Er will Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner zuvorkommen. Die CSU-Politikerin will die Banken notfalls per Gesetz dazu zwingen, Geldanlage-Konstrukte einfach und allgemeinverständlich zu erklären.

? Ist das Informationsblatt nun für alle Banken verbindlich?

!Nein. Ob und wie die Mitgliedsbanken des Verbandes das Formular nutzen und ausgestalten, ist ihre Sache. Die Genossenschaftsbanken kündigen für das Frühjahr eigene Info-Blätter an, die Sparkassen haben ebenfalls welche. Deutsche Bank und IngDiba waren ohnehin schon mit eigenen Info-Blättern vorgeprescht.

? Ab wann wird es das Informationsblatt geben?

!Es wird schrittweise eingeführt. Bis es die ersten Erklärblättchen gibt, könnte es Frühsommer werden.

? Wird der Beipackzettel für alle Anlagen angeboten?

!Nein. Er zielt auf die Produkte, die die Banken aktiv ihren Kunden anbieten. Bei Zertifikaten, die ja nur eine begrenzte Laufzeit haben, wird es die Information wohl nur für neu aufgelegte Anlagen geben. Fonds oder Anleihen, die schon am Markt sind aber oft verkauft werden, werden vermutlich mit den Erklärungen ausgestattet werden.

? Wie bewerten Verbraucherschützer den Beipackzettel?

!Sie dringen vor allem auf eine einheitliche Lösung. Denn „die Produkte sind eher komplexer geworden, die Verbraucher ersticken sicher in einem Wust verschiedener Produkte“, sagt Manfred Westphal, Leiter des Fachbereichs Finanzdienstleistungen beim Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin.

? Wie verständlich sind die Erklärungen gehalten?

!Sie bieten viele Informationen, kommen aber nicht ganz ohne Fachbegriffe aus. Ein Anleger, der verschiedene Finanzkonstrukte vergleichen will, sollte sich für die Lektüre auf jeden Fall Zeit nehmen.

Von Barbara Will

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