Erst verpönt, dann berühmt, jetzt ein Nischenprodukt: die Hosenträger

Hilfe gegen das Rutschen

Mister Hosenträger: Der inzwischen pensionierte Talkshow-Moderator Larry King machte die elastischen Bänder zu seinem Markenzeichen. Foto: dpa

Was verbindet den Komiker Charlie Chaplin, Schauspieler Michael Douglas und Moderator Larry King? Alle trugen Hosenträger vor der Kamera. Chaplin, weil es dem Zeitgeist entsprach, Douglas, weil es seine Rolle als Finanzhai im Film „Wall Street“ unterstrich, und King machte die elastischen Bänder aus Überzeugung zu seinem Markenzeichen.

Ist der Hosenträger nun eine amerikanische Erfindung? Der Ursprung des praktischen Kleidungsstücks ist nicht abschließend geklärt. Der US-Diplomat, Verleger und Erfinder Benjamin Franklin führte den Hosenträger 1736 bei der Feuerwehruniform der Stadt Philadelphia im US-Bundestaat Pennsylvania ein. In Europa trat der Hosenhalter zum ersten Mal zu Zeiten der französischen Revolution, Ende des 18. Jahrhunderts, in Erscheinung.

Längst ist der Hosenträger kein männertypisches Kleidungsstück mehr. In den späten 1980er-Jahren begannen weibliche Film- und Musikstars, Hosenträger zu tragen. Bis zum populären Kleidungsstück war es allerdings ein weiter Weg.

Zunächst wurden Hosenträger vorwiegend von Arbeitern getragen. Hosen ohne Gürtelschlaufen waren weniger aufwändig zu produzieren und daher günstiger. Jungen bekamen in ärmeren Familien Hosenträger, damit sie größere Hosen tragen konnten, in die sie hineinwachsen sollten. In der feinen Gesellschaft waren die teureren, maßgeschneiderten Hosen verbreitet. Mit der Zeit wurde der Hosenträger jedoch auch in bessergestellten Kreisen salonfähig.

Dennoch blieb das verwendete Material ein Indiz für die Standeszugehörigkeit. Für das Bürgertum waren sie meist aus Leder gefertigt, die günstigeren Modelle bestanden aus Leinentuch. Obwohl er seit dem 19. Jahrhundert immer mehr durch den Gürtel verdrängt wurde, ist der Hosenträger nach wie vor für übergewichtige Männer sehr praktisch, wenn der Gürtel nicht richtig sitzen will.

Heute sind Hosenträger nicht mehr in jedem Bekleidungsgeschäft zu finden. Schnell finden sich aber spezialisierte Hersteller im Internet. Bei politischen Jugendgruppen, wie etwa Skinheads und Punks, sind sie noch zu sehen, aber auch in Chefetagen werden Hosenträger getragen. In Bayern gehört das Kleidungsstück reich verziert zur Tracht und wird offen gezeigt.

Dass Hosenträger wieder einmal zum Massen-Trend werden könnten, ist gut möglich. In jüngster Zeit zeigen sich immer wieder Hollywoodstars mit den Hosenhaltern.

Von Jan Baetz

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