Übernahme in der Möbelbranche

Höffner will Finke kaufen - nur Kartellamt muss noch zustimmen

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Finke wird an Höffner verkauft - nun muss nur noch das Kartellamt zustimmen.

Paderborn/Kassel. In den vergangenen Tagen haben sich die Gerüchte verdichtet. Heute meldete Wilfried Finke (67) Vollzug.

Aktualisiert um 19.48 Uhr - Er verkauft sein Unternehmen – die gleichnamige Paderborner Unternehmensgruppe – an seinen langjährigen Kooperationspartner Höffner. Zu den Beschäftigten wurde bislang keine Aussage gemacht. 

Das Unternehmen Höffner gehört Kurt Kriegers KHG Gruppe in Schönefeld bei Berlin. Zur Gruppe gehören die Möbelhäuser Höffner, Boss und Kraft. Die Höffner Möbelgesellschaft GmbH & Co. KG gehört zu den Großen der Branche. Sie beschäftigen 6000 Mitarbeiter, der Umsatz liegt bei über zwei Milliarden Euro und verfügt über 19 Einrichtungszentren, die aus sechs Zentrallagern beliefert werden. 

Der Vollzug der Übernahme stehe noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständige Kartellbehörde, hieß es am Freitag aus Paderborn.

Wilfried Finke

Ein Verkauf der Finke-Gruppe hatte sich bereits zum Wochenbeginn abgezeichnet. Finke hatte den zwei Paderborner Zeitungen Interviews gegeben, in denen er einen Verkauf nicht mehr ausschloss und zwischen den Zeilen andeutete, dass eine Nachfolgeregelung innerhalb der Familie eher unwahrscheinlich sei. Finke hat einen Sohn und eine Tochter. „Ich werde wohl so lange im Unternehmen arbeiten, bis ich tot umfalle, weil es mir Spaß macht“, wurde er vor zwei Jahren in der Neuen Westfälischen zitiert. Mit dem Verkauf habe er eine Nachfolgelösung gefunden, „seine Unternehmensgruppe für die Zukunft stabil aufzustellen“. 

Für Höffner sei die Übernahme ein Schritt, um „die eigene Gruppe zu stärken und die jahrelange, vertrauensvolle Zusammenarbeit fortzusetzen“. Mit der Berliner Krieger Gruppe pflegte Finke über Jahre eine Einkaufspartnerschaft, die zum Ende des Jahres ausläuft. 

Das Unternehmen „Finke – Das Erlebnis-Einrichten GmbH & Co. KG“ wurde 1959 gegründet. Nur zehn Jahre später begann es zu expandieren. Seit 1978 liegt die Geschäftsleitung bei Wilfried Finke. Unter seiner Leitung ist die Gruppe gewachsen: Zu ihr gehören sieben Einrichtungshäuser (Finke, Carré), sieben Wohndiscounter (Preisrebell) und ein Küchenfachmarkt. (Xara). 1997 wurde das erste eigene Logistikzentrum Thüringen in Elxleben bei Erfurt in Betrieb genommen, 1998 kam ein weiteres in Münster dazu. Insgesamt beschäftigt Finke 1600 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro. Im Raum Kassel betreibt Finke zwei Möbelhäuser (Finke in Fuldabrück-Bergshausen und Preis-Rebell in Kassel). Die Gewerkschaft Ver.di fordert im Rahmen der Übernahme eine Zukunftssicherung für die 35 Beschäftigten bei Preisrebell und die rund 180 Finke-Beschäftigten. Manuel L. Sauer, Fachsekretär Handel, sagte, die Gewerkschaft erwarte, dass im Rahmen eines Betriebsübergangs alle Beschäftigten übernommen würden.

Finke als wichtiger Sportsponsor 

Finke ist auch als Sponsor im Sport aktiv. Dass die Fußballer des SC Paderborn vor einigen Jahren bis in die Bundesliga durchmarschierten, hatten sie auch den Millionen von Wilfried Finke zu verdanken. Was Dietmar Hopp für die TSG Hoffenheim ist, war der Möbelhändler für den SCP. Nach dem zwischenzeitlichen Absturz in die Drittklassigkeit kicken die Ostwestfalen mittlerweile wieder in der zweiten Liga - weiterhin unterstützt von Finke. 

Der Verkauf des Unternehmens lässt nun auch viele Fußball-Fans bangen. SC-Geschäftsführer Martin Hornberger verwies gegenüber Medien auf den Vertrag, der bis zum Saisonende gilt. Er gehe davon aus, dass dieser auch eingehalten werde. Beim Basketball-Zweitligisten Paderborn Baskets war Finke ebenfalls als Sponsor tätig. Dort hatte der Unternehmer sein Engagement aber bereits vor zwei Jahren beendet.

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