Der Autobauer bringt bis zu 65 Millionen neue Aktien auf den Markt

VW holt sich Milliarden

Aufpoliert: VW braucht Geld für die Porsche-Übernahme. Auch über die Allianz mit den Lkw-Bauern Scania und MAN wird spekuliert. Nun sollen die Anleger neue Aktien kaufen. Foto: ap

? Warum braucht Volkswagen Milliarden?

!In erster Linie, um den Kauf von Porsche zu bezahlen. VW hatte 2009 nach einem erbitterten Übernahmekampf knapp die Hälfte des Sportwagengeschäfts des Stuttgarter Autobauers übernommen. Preis: knapp 3,9 Milliarden Euro. Porsche plant, hoch verschuldet, übrigens auch eine Kapitalerhöhung.

? Welche Aktien sollen ausgegeben werden?

!Geplant ist, bis zu 65 Millionen Vorzugsaktien an den Anleger zu bringen. Die Besitzer dieser Papiere haben kein Stimmrecht in der Hauptversammlung, bekommen dafür aber eine etwas höhere Dividende als die Inhaber von Stammaktien. Für das Geschäftsjahr 2009 schlägt VW der Hauptversammlung eine Dividende von 1,60 Euro je Stamm und 1,66 Euro je Vorzugsaktie vor. Die neuen Aktien sind für 2009 ebenfalls dividendenberechtigt.

? Wie kommt der Anleger an die Aktien?

!Seit gestern werden die Aktien institutionellen und Privatanlegern angeboten. Diese Phase heißt Vorabplatzierung. Ein Konsortium, zu dem die Bank of America/Merrill Lynch, Citi, Deutsche Bank, HSBC Trinkhaus und JP Morgan gehören, hat sich laut VW außerdem verpflichtet, „die neuen Aktien zu zeichnen und zu übernehmen“ sowie diese den Aktionären anzubieten, die ein Bezugsrecht haben. Das sind alle Anteilseigner, die bereits Volkswagen-Stamm- oder Verzugsaktien besitzen. Die Großaktionäre, also die Familien Porsche und Piëch sowie das Emirat Katar, haben auf ihre Bezugsrechte verzichtet.

? Wie teuer werden die Aktien?

!Der Bezugspreis und der Angebotspreis für die Vorabplatzierung werden an diesem Freitag bekanntgegeben. Dann stehen auch die Bezugsrechte fest, das heißt, wie viele alte VW-Aktien ein Anleger besitzen muss, um das Recht zu haben, eine neue kaufen zu können. Die neuen Aktien können vom 31. März bis einschließlich 13. April gezeichnet werden.

? Warum geht VW den Weg über die Banken?

!Der Autobauer kommt auf diese Weise rasch an sein Geld. Der Autozulieferer Continental hat sich bereits auf ähnliche Weise Geld vom Kapitalmarkt besorgt.

? Wenn mehr Aktien auf dem Markt sind, sinkt ihr Kurs. Wie wird verhindert, dass Altaktionäre draufzahlen?

!Sie erhalten ein Bezugsrecht für die neuen Aktien. Wenn sie diese nicht wollen, können sie die Bezugsrechte an der Börse verkaufen. Das ist vom 31. März bis zum 9. April möglich. Der Kurs fiel am Dienstag trotzdem um 6,1 Prozent auf 68,50 Euro, weil die vorhandenen Aktien erst einmal an Wert verlieren.

? Hat VW nun alle Möglichkeiten der Kapitalerhöhung ausgeschöpft?

!Nein. Theoretisch kann VW sogar 135 Mio. neue Aktien ausgeben, dieses Volumen hat die Hauptversammlung sozusagen auf Vorrat genehmigt. Außerdem wären auch noch andere Finanzinstrumente möglich, etwa die Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen. Dem muss die Hauptversammlung aber zustimmen.

Von Barbara Will

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