HRE-Anleger fordern 320 Millionen Euro

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Mehrere Kapitalanlagefonds fordern vor der 22. Zivilkammer insgesamt rund 320 Millionen Euro Schadenersatz.

München - Der bislang größte Prozess um Schadenersatzforderungen gegen die Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) hat am Donnerstag vor dem Landgericht München begonnen.

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Mehrere Kapitalanlagefonds forderten vor der 22. Zivilkammer insgesamt rund 320 Millionen Euro Schadenersatz, weil das Unternehmen sie in der Krise nicht richtig über die Geschäftslage informiert habe. Durch den rasanten Absturz der früher im DAX notierten Aktie sei ihnen der Schaden entstanden. Insgesamt sind derzeit mehr als 50 Klagen gegen die inzwischen verstaatlichte HRE am Landgericht München anhängig. Mit Entscheidungen ist nach Angaben des Gerichts aber frühestens im Herbst zu rechnen.

Einem Anleger hatte das Gericht bereits in einem Prozess im Juni rund 4000 Euro Schadenersatz zugesprochen, dagegen legte die HRE allerdings Revision ein. Auch in einem weiteren Verfahren vor knapp zwei Wochen sahen die Richter gewisse Erfolgschancen für die Klagen, sofern sie Aktienkäufe zwischen Ende November 2007 und Mitte Januar 2008 betreffen. In dieser Zeit hat das damalige Management nach Einschätzung der Richter möglicherweise schon von Belastungen durch die US-Finanzkrise gewusst, die Anleger aber erst am 15. Januar 2008 in einer Ad-Hoc- Meldung über Abschreibungen in Höhe von 390 Millionen Euro informiert und damit die Aktie auf Talfahrt geschickt.

Rückschlüsse auf andere Verfahren lässt das nach Angaben des Gerichts aber nicht zu. Da den Klagen unterschiedliche Sachverhalte zugrunde lägen, könne eine generelle Aussage zu den einzelnen Verfahren derzeit nicht getroffen werden. In vier Verfahren haben die Anleger ihre Klagen nach Angaben der Hypo Real Estate außerdem selbst zurückgenommen. Da der Konzern nach der Beinahe-Pleite im vergangenen Jahr inzwischen dem Staat gehört, richten sich die Klagen nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) letztlich gegen den Bund und somit auch die Steuerzahler.

Fast alle Aktionäre haben ihre Anteile an der Hypo Real Estate inzwischen zum Preis von 1,39 Euro an den Bund verkauft, die restlichen Anleger sollen aus dem Unternehmen herausgedrängt werden. Dadurch will der Bund nach Nothilfen von mehr als 100 Milliarden Euro die Sanierung der Hypo Real Estate vorantreiben.

dpa

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