Auch Geschäftsmodell in der Kritik

EU: HSH-Nordbank zahlt zu hohe Gehälter

Brüssel/Hamburg - Nach Auffassung der EU sind die Gehälter, die die HSH Nordbank ihren Vorständen zahlt, zu hoch. Auch das neue Geschäftsmodell entspricht nicht den Erwartungen.

Die HSH Nordbank zahlt ihren Vorständen nach Ansicht der EU zu hohe Gehälter. Das geht nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ aus dem vertraulichen Bericht einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hervor. Die Firma überwacht demnach im Auftrag der Europäischen Kommission, ob die zu gut 80 Prozent Hamburg und Schleswig-Holstein gehörende Bank die von der EU verordneten Sanierungsauflagen umsetzt. Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia vertritt demnach die Auffassung, dass der EU-Auflagenkatalog die Vorstandsgehälter bei 500.000 Euro jährlich deckelt. Die HSH zahlt ihren Vorständen zusätzlich eine Altersvorsorge, variable Erfolgsvergütungen und Sachleistungen wie Dienstwagen.

Ein HSH-Sprecher bestätigte am Sonntag Verhandlungen mit der EU. Nach dem „Spiegel“-Bericht befindet sich die Bank „über die Auslegung einzelner Regeln des Vergütungssystems in Gesprächen mit der EU-Kommission“.

Auch neues Geschäftsmodell ist in der Kritik

Nach dem Bericht des Nachrichtenmagazins monieren die Prüfer zudem auch das neue Geschäftsmodell, verstärkt regionale Unternehmen zu betreuen. Es sei fraglich, ob damit überhaupt nachhaltige Erfolge erzielt werden könnten. Die Bank habe in keinem Segment nennenswertes Neugeschäft generiert. Nach HSH-Angaben gibt es hingegen für die Neuausrichtung der Bank „eine wachsende Akzeptanz am Markt, die eine Ertragssteigerung nach sich ziehen wird“.

Darüber hinaus berichtet der „Spiegel“, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht am vergangenen Dienstag die schleswig-holsteinische Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) und ihren Hamburger Amtskollegen Peter Tschentscher (SPD) einbestellt hatte. Die Aufseher forderten demnach die Vorlage eines sogenannten Resolution Plans binnen vier Wochen, den die HSH schon vor Monaten liefern sollte. Darunter versteht man ein Worst-Case-Szenario, das im Krisenfall helfen soll, ein Kreditinstitut abzuwickeln. Dazu sagte der HSH-Sprecher am Sonntag: „Selbstverständlich erfüllen wir alle Anforderungen der BaFin. Dazu gehört auch die Erstellung eines Resolution Plans wie er von allen relevanten Banken verlangt wird“.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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