Hypo Real Estate macht Privatkunden Offerten

München - Der mit Steuermilliarden gerettete Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) ist in das Privatkundengeschäft eingestiegen. Private Anleger sollen ein neuer Kundenkreis werden.

Die Hypo Real Estate kommt auch Jahre nach ihrer Notrettung durch den Bund nicht voran. Im vergangenen Jahr gingen Gewinn und Neugeschäft zurück und auch für das laufende Jahr zeigte sich Vorstandschefin Manuela Better am Donnerstag in München vorsichtig. Hoffnungen setzt der verstaatlichte Konzern in den Einstieg ins Privatkundengeschäft, der Milliarden in die Kasse spülen soll.

Seit Donnerstag wirbt die Deutsche Pfandbriefbank, in der das Kerngeschäft der Hypo Real Estate (HRE) gebündelt ist, für Festgeldanlagen mit Zinssätzen bis zu zwei Prozent. „Wir bieten Privatanlegern attraktive Zinsen bei geringen Gebühren“, sagte Better. Auch Tagesgelder können die Kunden über die Online-Plattform pbbdirekt.com anlegen.

Mit dem Einlagengeschäft will die Bank sich neue Geldquellen erschließen, um die Refinanzierung ihres Kreditgeschäfts auszuweiten, die bisher auf Pfandbriefe beschränkt war. Für drei Jahre bietet die Bank aktuell zwei Prozent Zinsen an, die Mindestanlagesumme sind 5000 Euro. Bislang hatte sich die HRE ausschließlich an gewerbliche Kunden gewandt und vor allem große Immobiliengeschäfte wie Bürogebäude oder Hotels finanziert. Das Privatkundengeschäft soll aber auf das Festgeld beschränkt bleiben, sagte Better.

Angst um ihr Geld müssen die Anleger nicht haben: Seit 2009 ist die HRE nach der Notrettung mit Milliardenhilfen im Staatsbesitz, die Anlage dort gilt deshalb als besonders sicher. Ihre Altlasten im Wert von mehr als 170 Milliarden Euro hat sie inzwischen in eine Bad Bank ausgelagert und arbeitet nun profitabel.

Bis 2015 muss die Pfandbriefbank auf Druck der EU wieder privatisiert werden. „Das ist das Ziel, auf das wir hinarbeiten“, sagte Better. Der Auftrag sei für sie bindend. Bis dahin soll der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin auch eine stille Einlage in Höhe von einer Milliarde Euro zurückerhalten. Auf welche Weise die Privatierung erfolgen soll, ist aber immer noch unklar.

Im vergangenen Jahr verbuchte die Pfandbriefbank einen Gewinnrückgang um 64 Millionen Euro auf 124 Millionen Euro. Damit blieb sie im mittleren Bereich ihrer Prognose von 100 bis 140 Millionen Euro. Neben einem geringeren Zinsüberschuss und Sondereffekten trug dazu nach Worten von Finanzchef Alexander von Uslar auch die höhere Bankenabgabe bei. Im Neugeschäft kam die Bank im vierten Quartal wieder gut voran. Durch einen schwachen Start ins Jahr erreichte sie für das Gesamtjahr aber nur 5,6 Milliarden Euro und blieb damit weit von dem ursprünglichen Ziel der 8 Milliarden Euro Neugeschäft entfernt. Diesen Wert hatte sie im Jahr 2011 geschafft.

„Für das Jahr 2013 haben wir uns eine deutliche Steigerung des Neugeschäftsvolumens vorgenommen“, sagte Better, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Der Großteil soll aus der Immobilienfinanzierung kommen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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