Morgen ist iDay: Apple-Konzern zeigt neue Produkte

San Francisco. Steve Jobs macht es spannend. „Sie werden nicht enttäuscht sein“, soll er einem Fan per E-Mail versprochen haben. Offiziell bestätigt hat der Apple-Konzern das nie: Das Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino pflegt die gleiche Geheimniskrämerei wie sein Mitgründer Jobs.

Die Spekulationen ranken sich rund um ein Ereignis, das der Mann im schwarzen Rolli am Montag eröffnen wird: Der 55-Jährige hat das erste Wort beim Entwicklertreffen WWDC in San Francisco. Er wird ein neues iPhone vorstellen, erwarten Beobachter.

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Doch Apple präsentiert nicht Produkte, Apple zelebriert sie. Die Marke mit dem angebissenen Apfel ist Kult. Man kann sich fragen warum – sind doch Computer, Laptops, Musikabspieler und Smartphones nicht unbedingt ausgefeilter als die der Konkurrenz – und billiger schon gar nicht.

Wäre da nicht das Design: Handschmeichlerisch und minimalistisch, fast intuitiv zu bedienen. Simplexity, Reduzierung ohne Verzicht, nennen Trendforscher das. Apple-Produkte seien Symbol eines neuen Lebensstils, des digital lifestyle, „in dem Design die wesentliche Rolle spielt“, erklärte Suze Barrett von der Hamburger Werbeagentur Scholz & Friends, im „Spiegel“ das Phänomen. Einmal Apple, immer Apple.

Die Apfelmänner sorgen selbst dafür, dass das so bleibt. Denn fürs komfortable Daddeln am Gerät wird die Freiheit des Nutzers gestutzt. Die iGeneration kommt mit keinem Tastendruck am Konzern vorbei. Daten vom iPod oder iPad müssen über die iTunes-Plattform wandern, wenn sie an einem anderen Ort abgespeichert werden sollen. Die Kleinprogramme Apps der iWelt kommen von Apple selbst oder werden vom Konzern freigegeben.

Im Sommer soll das Programm iAd auf dem Milliardenmarkt für Online-Werbung angreifen. Während Rivale Google auf offene Systeme setzt – so kann etwa jeder Programme für das Smartphone-Betriebssystem Android entwickeln – schafft das Team um Steve Jobs eine geschlossene Gesellschaft der Apfelmänner.

Mit Hard- und Software, Inhalten und Online Shops verdient der Konzern an vielen Stationen der Verwertungskette. Das bringt nicht nur Profit ein, sondern auch Zoff mit dem Kartellamt: US-Wettbewerbshüter untersuchen, ob Apple seine Macht bei der Online-Vermarktung von Musik ausnutzt, um Konkurrenten an die Wand zu drängen.

Der Drang zum Monopol lohnt sich: Von fünf Dollar, die der Konzern einnimmt, bleibt knapp ein Dollar als Gewinn hängen. Im Geschäftsjahr 2009 (26. September) verdiente das Apfel-Imperium unterm Strich 8,2 Milliarden Dollar (6,7 Mrd. Euro) bei knapp 43 Mrd. Dollar Umsatz. An der Börse ist Apple um die 230 Mrd. Dollar wert und hängt damit, je nach Aktienkurs, zeitweise den Konkurrenten Microsoft ab. Dessen Gründer Bill Gates mag es geärgert haben: 1997, als Apple vor der Pleite stand, hatte er mit 150 Millionen Dollar ausgeholfen.

Von Barbara Will

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