Nach massiven Warnstreiks

IG Metall strebt Einigung im Tarifkonflikt bis Pfingsten an

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Beschäftigte der Metallindustrie beteiligen sich am 3. Mai in Dortmund mit Fahnen an einer Kundgebung der IG Metall.

Stuttgart - Nach massiven Warnstreiks startet ein erster Einigungsversuch am Montag in Nordrhein-Westfalen. IG-Metall-Chef Hofmann gibt sich kämpferisch, der Stuttgarter Bezirksleiter setzt auf eine Einigung bis Pfingsten.

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie setzt die IG Metall im Südwesten auf eine Lösung bis Pfingsten. Von den Verhandlungen an diesem Montag in Nordrhein-Westfalen verspricht sich der Stuttgarter Bezirksleiter Roman Zitzelsberger noch keinen Durchbruch.

"Danach werden wir intern beraten, was aus unserer Sicht möglich ist und welchen Sinn es hat, unter diesen Bedingungen weiter zu machen." Zitzelsberger fügte an: "Ich will, dass wir uns vor Pfingsten einigen."

Die Tarifparteien treffen sich am Montag in Neuss zur vierten Verhandlungsrunde für Nordrhein-Westfalen. Die Verhandlungen zur Tarifrunde im Südwesten sollen voraussichtlich am kommenden Mittwoch fortgesetzt werden.

"Ob es bis Ende der Woche zu einem Abschluss kommen kann, steht in den Sternen", sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag). "Die Warnstreiks gehen nächste Woche mit aller Kraft weiter, denn von einem Ergebnis sind wir noch weit entfernt."

Das Treffen in Neuss ist bundesweit die erste offizielle Verhandlung, nachdem vor acht Tagen in sämtlichen Tarifgebieten die jeweils dritte Verhandlungsrunde ergebnislos beendet worden war. Seitdem hat die IG Metall nach eigenen Angaben rund 1900 Betriebe mit Warnstreiks überzogen. Die Gewerkschaft hatte bereits angekündigt, dass diese auch am Montag fortgesetzt werden sollen.

Zitzelsberger forderte von den Arbeitgebern ein Signal des Entgegenkommens und bot selber eine so genannte Differenzierungsklausel an, damit einzelne Betriebe vom Tarifabschluss abweichen können. "Wenn klar ist, dass die Tarifvertragsparteien die Abweichung für die einzelnen Betriebe festlegen, will ich eine Lösung auf dieser Grundlage nicht ausschließen."

Vergangene Woche waren die Gespräche für die 800 000 Beschäftigten der Branche im Südwesten kurz vor Ablauf der Friedenspflicht ohne Ergebnis unterbrochen worden. Nach dem jüngsten Angebot der Arbeitgeber sollte es ab April eine Entgeltsteigerung in zwei Stufen geben, die sich bei einer Laufzeit von 24 Monaten auf insgesamt 2,1 Prozent summiert. Dazu käme eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent. Die Gewerkschaft fordert bislang fünf Prozent mehr Geld.

dpa

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