Immer weniger Arbeitnehmer bekommen Urlaubsgeld

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Die Quote der einfachen Angestellten, die Urlaubsgeld bekommen, ist von 55 auf 30 Prozent gesunken.

Hamburg - Immer weniger Arbeitnehmer haben in jüngster Zeit Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld oder ein 13. Monatsgehalt bekommen.

Das hat das Marktforschungsinstitut Statista in Hamburg im Auftrag des Magazins “stern“ ermittelt. Demnach haben 1990 noch rund 31 bis 60 Prozent der Angestellten - gestaffelt nach ihrer Stellung im Unternehmen - ein 13. Monatsgehalt erhalten. 2008 galt das nur noch für 11 bis 27 Prozent. Fast halbiert hat sich der Anteil der einfachen Angestellten, die Urlaubsgeld bekommen haben: Die Quote ist von 55 auf 30 Prozent gesunken.

Außerdem sind die Realeinkommen für viele Arbeitnehmer gesunken: In jedem zweiten der 100 gängigsten Berufe in Deutschland haben Beschäftigte 2008 unterm Strich weniger als 1990 verdient. Grund dafür ist den Angaben nach die Inflation: Sie hat in diesem Zeitraum viele Einkommen stärker entwertet, als sie auf dem Papier gestiegen sind.

So ist das inflationsbereinigte Einkommen von Werbefachleuten, Informatikern und Zahntechnikern den Berechnungen zufolge um mehr als 30 Prozent gesunken. Ärzte verbuchten sogar ein reales Minus von 50 Prozent - auch wenn sie mit einem monatlichen Durchschnittseinkommen von 6400 Euro 2008 immer noch die Verdienstliste der untersuchten Berufe anführten. Einen Gewinn konnten dagegen Makler, Verwaltungsfachleute sowie Bankkaufleute und Anlageberater verzeichnen. Auch bei Angestellten mit Führungsaufgaben wuchs das reale Bruttoeinkommen um 18 Prozent.

Ältere haben von der Entwicklung der Einkommen stärker profitiert als Jüngere: Über 50-Jährige haben 2008 im Schnitt 3310 Euro brutto im Monat verdient - 500 Euro mehr als ihre jüngeren Kollegen. Damit konnten die Älteren den Kaufkraftverlust der vergangenen Jahre mehr als ausgleichen. Grundlage der Untersuchung sind unter anderem Daten des Sozio-oekonomischen Panels, für das jedes Jahr mehr als 20 000 Personen in Deutschland befragt werden.

dpa

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