Nur 5 Prozent der Flächen stehen leer

Immobilienbranche warnt vor Büro-Mangel in Metropolen

+
In den größten Städten Deutschlands könnte es bald einen Mangel an Büroflächen geben. 

Berlin - Vor Jahren noch galt Büro-Leerstand in manchen Großstädten als Problem. Jetzt sind wichtige Märkte zum großen Teil vermietet, doch die Immobilienbranche warnt: Auch das könnte Schwierigkeiten bringen.

Neue Büros sind für Unternehmen in Großstädten nur noch schwer zu finden. In den sieben größten Städten drohe eine gefährliche Verknappung der Flächen, warnt der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA).

In Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart stünden nur noch fünf Prozent der Flächen leer, halb so viel wie im Jahr 2010. "Flächenengpässe können die Wirtschaftsentwicklung der Städte hemmen", teilte ZIA-Experte Andreas Schulten vom Analyseunternehmen Bulwiengesa der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Baupolitik dürfe sich nicht nur auf Wohnungen konzentrieren.

Mit Leerstandsquoten bei Büros um drei Prozent seien München, Stuttgart und Berlin faktisch voll vermietet. Ein gewisses Maß an Leerstand gilt aber als nötig, damit Immobilienmärkte funktionieren.

ZIA kritisiert: Die Menschen müssten aber nicht nur wohnen, sondern auch arbeiten 

Mehrere 100.000 Quadratmeter Bürofläche seien im vergangenen Jahr abgerissen oder umgewandelt worden - etwa zugunsten von Wohnungen oder Hotels. Die Menschen müssten aber nicht nur wohnen, sondern auch arbeiten, kritisierte der ZIA, ein Zusammenschluss von gut 20 Verbänden der Immobilienbranche.

Laut seinem Frühjahrsgutachten stieg die Zahl der Bürobeschäftigten in den vergangenen fünf Jahren allein in Berlin um 14,2 Prozent. "Viele Großstädte werden geradezu überrannt", beschreiben die Autoren den anhaltenden Zuzug qualifizierter Arbeitnehmer. Auch die Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner hatte kürzlich kritisiert, es würden zu wenig neue Büros gebaut.

Nach bundesweiten Zahlen des ZIA steigen zwar die Neubauzahlen, zeitgleich werden aber auch immer mehr Büros abgerissen oder anders verwendet. In den 127 größten Städten kamen im vergangenen Jahr 1,84 Millionen Quadratmeter hinzu, zugleich wurden rund eine Million Quadratmeter abgerissen oder nicht mehr für Büros genutzt.

Der Immobilien-Ausschuss erwartet nicht, dass in diesen und im nächsten Jahr deutlich mehr Büros fertig werden als zuletzt. Grund sei, dass viele mögliche Mieter nicht schon vor Baubeginn einen Vertrag unterschreiben. Dies sei derzeit aber unerlässlich, um Projekte zu finanzieren.

Erleichterungen könnte die Änderung des Baurechts bringen, die am Freitag den Bundesrat passierte. Die neue Baugebietskategorie "Urbanes Gebiet" ermöglicht, dass Wohnungen, Gastronomie, Einzelhandel, Büros und kulturelle Einrichtungen eng beieinander liegen. Bauvorschriften und Lärmschutz-Regeln sollen dort aber weniger streng sein als in normalen Wohngebieten.

Bilderstrecke: Das bedeuten Immobilien-Codes

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Das könnte Sie auch interessieren: Die Zahl der Pendler in Deutschland hat einen Rekord erreicht - die meisten fahren nach München. 

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.