Infineon macht Zugeständnisse im Streit um Aufsichtsratsvorsitz

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ZF-Finanzchef Willi Berchtold (Foto) will den Automobilzulieferer verlassen, sollte er zum Aufsichtsratschef des Chipkonzerns Infineon gewählt werden.

München - Im Streit um den Infineon-Aufsichtsratsvorsitz kommt der Chipkonzern oppositionellen Investoren entgegen.

Der Favorit des Infineon-Managements, Klaus Wucherer, will den Chefposten im Falle seiner Wahl nur ein Jahr lang für sich beanspruchen und seinen Platz danach für einen “profilierten Nachfolger“ freimachen, wie Wucherer am Donnerstag in München ankündigte.

Der Kurs der Erneuerung bei Infineon sei in vollem Gange, erklärte der ehemalige Siemens-Manager. “Das Unternehmen muss sich jetzt ohne schädliche Ablenkung auf die weitere Umsetzung dieses Weges konzentrieren.“

Um die Nachfolge des amtierenden Infineon-Aufsichtsratschefs Max Dietrich Kley tobt ein erbitterter Machtkampf. Nach der Nominierung Wucherers für das Amt war vor einigen Tagen bekanntgeworden, dass der Finanzchef des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen bei der Infineon-Hauptversammlung am 11. Februar als Gegenkandidat antreten will.

Die höchsten Manager-Abfindungen

Die höchsten Manager-Abfindungen
Andreas Kley. Posten: Finanzchef der Siemens-Kraftwerkssparte. Abgang: 2004. Abfindung: 1,7 Millionen Euro. © AP
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Thorsten Grenz. Posten: Chef des Telekommunikations-Unternehmens Mobilcom. Abgang: 2005. Abfindung: 2,45 Millionen Euro. © dpa
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Kai-Uwe Ricke. Posten: Chef der Telekom. Abgang: 2006. Abfindung: 2,5 Millionen Euro © AP
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Jürgen Sengera. Posten: West LB -Chef. Abgang: 2003. Abfindung: 3,25 Millionen Euro. © dpa
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Ulrich Schumacher. Posten: Chef des Chipherstellers Infineon. Abgang: 2004: Abfindung: 5,25 Millionen Euro. © dpa
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Klaus Lederer. Posten: Chef von Babcock-Borsig (Maschinenbau- und Energietechnikkonzern). Abgang: 2002. Abfindung: 6 Millionen Euro. (Zahlte die Babcock-Tochter Howaldtswerke Deutsche Werft) © dpa
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Klaus Kleinfeld. Posten: Siemens-Chef. Abgang: 2007. Abfindung: 6,1 Millionen Euro. © dpa
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Udo Stark. Posten: Chef des Immobilienkonzerns Agiv. Abgang: 2000. Abfindung: 6,4 Millionen Euro. © dpa
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Hubertus Erlen. Posten: Chef des Pharmakonzerns Schering. Abgang: 2006. Abfindung: 6,6 Millionen Euro. © dpa
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Thomas Holtrop: Posten: T-Online-Chef. Abgang: 2004. Abfindung: 7 Millionen Euro. © AP
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Bernd Pischetsrieder. Posten: BMW -Chef. Abgang: 1999. Abfindung: 7,5 Millionen Euro. © dpa
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Utz Claassen. Posten: Chef des Energie-Riesen EnBW. Abgang: 2007. Abfindung: 8 Millionen Euro. © dpa
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Werner Seifert. Posten: Vorstandschef der Deutschen Börse. Abgang: 2005. Abfindung: 10 Millionen Euro. © dpa
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Wolfgang Urban. Posten: Karstadt-Chef. Abgang: 2004. Abfindung: 10 Millionen Euro. © dpa
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Ron Sommer . Posten: Telekom-Chef (brachte die Telekom-Aktie an die Börse). Abgang: 2002. Abfindung: 11,6 Millionen Euro. © dpa
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Harry Roels. Posten: Chef des Energiekonzerns RWE. Abgang: 2007. Abfindung: 12 Millionen Euro. © dpa
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Holger Härter . Posten: Porsche-Finanzchef. Abgang: 2009. Abfindung: 12,5 Millionen Euro. © dpa
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Kajo Neukirchen. Posten: Chef des Anlagenbauers MG Technologies. Abgang: 2003. Abfindung: 13,2 Millionen Euro. © AP
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Mark Wössner. Posten: Bertelsmann-Chef. Abgang: 2000. Abfindung: 15 Millionen Euro. © dpa
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Dieter Ammer. Posten: Chef bei der Brauerei Beck und Co. Abgang: 2003. Abfindung: 15 Millionen Euro. © dpa
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Clemens Börsig. Posten: Finanzchef der Deutschen Bank. Abgang: 2006. Abfindung: 17 Millionen Euro. © dpa
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Hans-Joachim Körber. Posten: Chef der Metro AG. Abgang: 2007. Abfindung: 19,3 Millionen Euro. (Körber bekam keine Abfindung im eigentlichen Sinn. Das G eld erhielt er aus der Fortzahlung seiner Vergütung und über Rentenansprüche). © dpa
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Klaus Zumwinkel. Posten: Chef der Postbank. Abgang: 2009. Abfindung: 20 Millionen Euro © dpa
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Thomas Middelhoff. Posten: Chef bei Bertelsmann. Abgang: 2002. Abfindung: 25 Millionen Euro. © dpa
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Klaus Esser. Posten: Chef des Telekommunikations-Unternehmens Mannesmann (wurde von Vodafone übernommen). Abgang: 2000. Abfindung: 30 Millionen Euro. © dpa
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Wendelin Wiedeking. Posten: Chef von Porsche . Abgang: 2009. Abfindung: 50 Millionen Euro, von der die Hälfte in eine soziale Stiftung geht. © dpa
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Robert „Bob“ Eaton. Posten: Chef von Chrysler . Abgang: 2000. Abfindung: 60 Millionen Euro. © AP
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Frank Newman. Posten: Chef der US-Bank Bankers Trust (wurde von der Deutschen Bank übernommen). Abgang: 1999. Abfindung: 85 Millionen Euro. © AP
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Bruce Karatz. Posten: Chef des Baukonzerns KB Home. Abgang: 2006. Abfindung: 175 Millionen Dollar. © AP
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Richard Grasso: Posten: Chef der New Yorker Börse „New York Stock Exchange“. Abgang: 2003. Abfindung: 187 Millionen Dollar. © AP
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Robert Nardelli. Posten: Chef der US-Baumarktkette Home Depot. Abgang: 2007. Abfindung: 210 Millionen Dollar. © AP
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Hank McKinnell. Posten: Chef des US-Pharmariesens Pfizer (stellt Viagra her). Abgang: 2006. Abfindung: 213 Millionen Dollar. © AP
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Lee Raymond. Posten: Chef des Öl-Multis Exxon Mobil. Abfindung: 351 Millionen Dollar. © AP

Hinter Willi Berchtold steht eine Investorengruppe um den britischen Finanzinvestor Hermes. Aus Sicht von Hermes stünde Wucherer einem echten Neuanfang bei dem Halbleiterhersteller entgegen. Die Auseinandersetzung ist außergewöhnlich, weil solche Personalien üblicherweise im Vorfeld von Aktionärstreffen geklärt werden.

Wucherer räumte auch Fehler bei der Vorbereitung des Wechsels an der Aufsichtsratsspitze ein. In zahlreichen Gesprächen sei deutlich geworden, dass sich “eine Reihe von Investoren am Anfang des Auswahlprozesses für den Aufsichtsratsvorsitz eine intensivere Kommunikation gewünscht hätte“, erklärte der Manager. Mit dem jetzt vorgeschlagenen Vorgehen wolle er den Weg bereiten zu einem starken Aufsichtsratsvorsitzenden, “der breite und ungeteilte Zustimmung von Aktionären und Mitgliedern des Aufsichtsrates gleichermaßen erfährt“. Das Kontrollgremium werde der Hauptversammlung 2011 daher einen entsprechend geeigneten Kandidaten zur Wahl stellen, der von außen komme.

Seinen Rivalen Berchtold kritisierte Wucherer. Dieser habe noch immer nicht erklärt, was er mit dem Infineon vorhabe. “Er hat durch seine Vorgehensweise große Verunsicherung auch bei wichtigen Kunden in Kauf genommen. Dies une eine Konstellation, die den Aufsichtsrat über einen längeren Zeitraum handlungsunfähig machen könnte, führen dazu, dass das Unternehmen Schaden nimmt“, warnte Wucherer.

dpa

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