Infineon-Aktionäre besorgt über Kaufpreis für US-Rivalen

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Der Finanzvorstand von Infineon ist voller Optimismus. Foto: Sven Hoppe

München (dpa) - Der Chiphersteller Infineon hat sich nach der milliardenschweren Übernahme des US-Rivalen International Rectifier gegen Kritik am Kaufpreis verteidigt.

Bei der Hauptversammlung am Donnerstag in München beklagten mehrere Aktionäre, der Preis für International Rectifier könne mit drei Milliarden Dollar (2,5 Mrd Euro) überzogen gewesen sein. "Das war jetzt nicht unbedingt ein Schnäppchen; es war relativ teuer", sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Infineon hatte die größte Übernahme seiner Firmengeschichte vor einem Monat unter Dach und Fach gebracht. Durch den Zukauf erhofft sich Deutschlands größter Halbleiter-Hersteller unter anderem einen besseren Zugang zum US-Markt und nach Asien.

Konzernchef Reinhard Ploss verteidigte die Entscheidung und verwies auf die Chancen. "Wir sehen den Kaufpreis nicht als überhöht an." Der Zukauf werde in absehbarer Zeit erste Früchte tragen und positiv zum Ergebnis des Geschäftsjahres beitragen. Die Übernahme stärke Infineon bei Produkten, Technologie, regionaler Präsenz und Kunden. "Damit erhält Infineon zusätzlichen Schwung."

Mit dem Kauf habe Infineon seine flüssigen Mittel aber größtenteils aufgebraucht, betonte Ingo Speich von der Fondgesellschaft Union Investment. "Was macht Sie so sicher, dass das Timing richtig war und die Akquisition wertschaffend für die Aktionäre ist?"

Für die Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr und die Auswirkungen auf den Aktienkurs erhielt das Management aber viel Lob. "Vor sechs Jahren noch am Abgrund, kennt der Aktienkurs von Infineon seither nur noch eine Richtung: nach oben!", sagte Speich. Von einem einstigen Skandalunternehmen habe sich Infineon zu einem Muster an Beständigkeit gemausert.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Infineon Umsatz und Gewinn vor allem dank des guten Geschäfts mit Halbleitern für Smartphones und Tablets kräftig gesteigert. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 18 Cent pro Aktie erhalten und damit 50 Prozent mehr als im Vorjahr. "Wir können als Aktionäre sehr zufrieden sein mit Infineon", sagte Aktionärsvertreterin Bergdolt. Besonders erfreut zeigte sie sich über die Rückkehr des ehemaligen Konzernchefs Peter Bauer als neuer Aufsichtsrat. "Wir kriegen exzellente Kompetenz zurück zu Infineon, da kann ich nur dreimal ja sagen." Bauer hatte seinen Chefposten im Jahr 2012 krankheitsbedingt vorzeitig an Ploss abgegeben.

Börseninfo Infineon

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